Endlich an Bord der "Amazon Star"

Wer hätte das gedacht - ich jedenfalls nicht: Das Schiff erscheint zur angegebenen Zeit an der dafür vorgesehen Stelle! Ihr mögt denken, was daran verwunderlich ist. Alles. Ich bin zum dritten Mal mit einem Boot flussaufwärts unterwegs und jedesmal mußte ich in letzter Minute mit einem Taxi vom Hafen zu einem abenteuerlichen Platz am Ende der Welt gekarrt werden, um über eine Planke mein Schiff zu besteigen - was dann immer noch für ein paar Stunden beladen wurde.

Diesmal ist also alles ganz anders. Alle Passagiere mit Sack und Pack - und die meisten von ihnen mit etlichen Familienmitgliedern, erwarten die Ankunft des Schiffes. Und da kommt es! Es dauert noch ein halbe Stunde, bis wir  das ersehnte Ziel unserer Vorfreude erreicht haben - die Haken für die Hängematten.

Ich hatte das Glück, noch im Wartesaal sitzend, einen Wi Fi Anschluss ohne Schloss zu finden und konnte Julio über die vermutliche Abfahrt des Schiffes informieren. Er wollte 12 Stunden später in Breves am Anleger sein. Ob das klappt?

 

Abschied von Belem, vermutlich mein Letzter.

Ja, ich habe die passenden Haken gefunden. Aber es war nicht einfach. Nicht nur die besten Plätze waren besetzt - eigentlich alle. Das, was mich immer wieder berührt an den Menschen die ich hier treffe, ist, dass sie nicht zu denken scheinen: "Ein Glück, ich habe einen Platz gefunden, was gehen mich die anderen an!"  Sie rücken zur Seite und lassen jemanden wie mich dazwischen!

Es klappt. Wir winken uns schon aus großer Entfernung zu. Ich flitze ein Deck tiefer an die Reling und freue mich sehr, Julio wieder zu sehen.

Einige wenige Passagiere haben ihr Ziel erreicht und verlassen die Amazonas Star. Jetzt haben die emsigen Händler ihre Chance an Bord zu kommen.

Die ganz  Schlauen befestigen ihre Ware an langen Stöcken, mit deren Hilfe sie ihre Kunden auf dem Oberdeck ohne Schwierigkeiten erreichen können. Die Ware wird dem Beutel entnommen, stattdessen das Geld hinein gegeben und schon ist jeder glücklich.

Vielleicht nicht ganz so glücklich wie Julio und ich. Er kommt an Bord, wir können uns herzlich begrüßen, für 10 Minuten miteinander schwätzen, um uns schon wieder verabschieden zu müssen.