Der lange Abschied

 

Dreieinhalb Monate sind eine lange Zeit. Wenn es schön ist, verfliegt sie nur so. Am 17. März fliegen wir nach Frankfurt. Jeff muß am 31. März wieder in England sein. Dann ist seine Zeit in Europa abgelaufen, jedenfalls für die nächsten drei Monate. Warum das so ist? Stichwort Brexit!

 

Bis es soweit ist, machen wir unsere kleinen Ausflüge, manchmal zu Fuß, manchmal mit Karls und Inges Auto.

Davon möchte ich euch noch ein paar Fotos zeigen.

 

Der Rest einer Windmühle

 

 

Ein Loch in der Wand und  eine zerbröselnde Steintreppe laden mich zu diesem Ausblick ein:

 

Schäfer mit Herde

 

 

Außer einer Kuh gehört auch wenigstens eine Ziege zu seinem Bestand

 

 

Dieser Mandelbaum ist ein Nachzügler! Alle anderen tragen schon Blätter und haben kleine Früchte angesetzt.

 

 

Irgendwie sind wir völlig falsch gelaufen! Wasser und Matschepampe sind gegen meine wunderbare Abkürzung!

 

 

Links am Bildrand ist ein Zaun zu erkennen. Hinter dem arbeitet ein Laubenpieper in seinem Garten. Der wird den Kopf geschüttelt haben über die beiden, die hier durch das nasse Gras stapfen!

 

Das steht fest, diese Abkürzung werde ich nicht weiter empfehlen!

 

 

Anderer Tag, andere Gegend:

Hierher hat uns eine sehr nette Belgierin geführt, nachdem wir in der Mittagshitze durch Porches leere Straßen geirrt sind, bis endlich eine Passantin auftauchte und uns half.

Erste Straße links, dann rechts, dann...... Sie sieht mich an und meint, warten Sie einen Moment, ich wohne gegenüber und ziehe nur andere Schuhe an.

Damit war unser Ausflug doch noch sehr erfolgreich und der weite Weg bis hierher - natürlich bergauf - schnell vergessen.

 

 

Unser Weg über die Klippen zurück nach Armacao de Pera führt an diesem 5 Sterne Hotel vorbei.  Ein kleines Schild informiert, dass es Privatgelände ist, aber jeder kann den öffentlichen Pfad nutzen.

 

 

Liegt da unten nicht ein wunderbarer Strand - nur für den Mann mit seinem Hund!?

 

 

Und da kommt auch schon Armacao de Pera in Sicht. Normalerweise sind wir auf der anderen Seite der Stadt, am Strand entlang, unterwegs. Aber dieser Weg gefällt mir noch viel besser.

 

 

Einige Menschen genießen den Strand. Im Sommer wird es hier nicht nur heiß, sondern auch überfüllt sein. Alles ist zubetoniert, um Touristen von nah und fern Unterkunft zu bieten.

 

 

Vor ein paar Tagen haben wir Inge und Karl zu ihrem Arzt in Carvoeiro begleitet. Was für ein entzückender Ort! Kein Hochhaus in Sicht!

 

 

Als wir zum ersten Mal hier waren, sind wir die Treppen auf der rechten Seite der Badebucht hoch gestiegen. Am Strand hatten die zwei Steine gelegen, auf die ich gestiegen bin.

 

 

Den letzten großen Abschieds-Ausflug machen wir zur Ponte de Piedade. Auch hier sind wir nach einem Besuch von Lagos gewesen, aber nicht die Stufen zum Meer hinunter gestiegen. Inge hat uns ans Herz gelegt, das unbedingt nachzuholen.

 

 

Es ist fantastisch!

 

Kannst du die Treppe sehen?

 

 

Ich bin noch nicht ganz unten. Das Wasser ist so klar!

 

 

Kleine Boote können hier hereinfahren. Es gibt eine kleine Anlegestelle.

Während wir hier unten sind, kommt ein junges Paar. Sie schwimmen und fühlen sich pudelwohl.

 

Nach diesem Abstecher sind wir über Luz - sehr touristisch - nach Burgau - einem zauberhaften kleinen Ort, zurück zu unserem Bungalow gefahren.

 

Das darf ich auf keinen Fall vergessen zu erwähnen: Ich bin jetzt Expertin im Kreisverkehr! Ich glaube, als ich vor 56 Jahren meinen Führerschein gemacht habe, gab es noch keinen Kreisverkehr. Ich habe ihn Jahre später in Frankreich kennengelernt. Hier hat Jeff mich mit viel Geduld dazu gebracht, in meiner Spur zu bleiben. Ich bin stolz wie Bolle.

Was, du findest, es ist keine Kunst durch einen Kreisel zu fahren? Dann schneidest du wohlmöglich die Fahrstreifen, wie ich es immer gemacht habe?  Am 17. Komme ich nach Hause, darauf folgen 10 Tage Quarantaine, aber dann! Dann kannst du es auch richtig lernen, Jeff fliegt erst am 29. März nach Hause und er es ist der geduldigste Fahrlehrer, den ich kenne.

 

Ich freue mich sehr darauf, euch alle wieder zu sehen und  meine Kinder und Enkel sowie meine Freundinnen und Freunde in die Arme zu schließen. Wird das wohl endlich wieder möglich sein?

 

In alter Frische und guter Hoffnung, eure Mama/Oma/Elke

Praia da Falesia

Ùnd wieder ist Ausflugswetter! Unsere Nachbarn Katherine und Jimmy geben uns den Tipp, an den Falesia Strand zu fahren. Er sei soo schön!

Zuerst landen wir in Olhos d`' Agua.

 

 

Dieser kleine Ort am Meer hat eine rasante Entwicklung erlebt, seit ein Ziegenhirt die Quelle am Strand entdeckt hat. Naja, in Wirklichkeit war es seine Ziege, die sich offensichtlich sehr über das süße Wasser, direkt am Meer, gefreut hat. Zu entdecken sind die Quellen nur bei Niedrigwasser.

Der Name des Ortes sagt alles: Wasseraugen.

 

 

Es könnten Sommerhäuschen sein, oder auch Hütten für die Fischer.

 

 

 Ich bin zwar schon bis zur Ecke geklettert, aber das steinerne Meer ist doch etwas sehr gefährlich für alte Frauen!

 

 

Dieser Pfad sieht leichter aus!

 

 

Und die Aussicht ist vielversprechend

 

 

Mein Pfadfinder ist schon mit dem Rucksack vorneweg.

 

 

Kunst der Natur - Naturkunst

 

 

"Komm, ich helfe dir"

 

 

Und schon befinden wir uns auf einer sicheren Treppe, die uns auf die Klippe führt.

 

 

Nach einer kurzen Rast im Auto fahren wir weiter zur Praia da Falesia. In der Ferne ist Olha d´ `Agua zu sehen.

 

 

Wie lange es die Pinie wohl schafft, fast ohne Halt für die Wurzeln, an ihrem Platz zu bleiben?

 

 

 

Jetzt kannst du erkennen, wie groß der Abbruch ist!

 

 

Nur fliegen kann schöner sein!

 

 

und das kann ich von oben sehen: Wasser, Sand und Spuren.

Stimmt, da ist auch noch ein Hund.

 

 

Mein Aussichtspunkt ist der Höchste. Jeff mag gar nicht hinsehen.

 

 

Wir haben im Laufe der Zeit etliche Kiefern gesehen, die die Grätsche gemacht haben, aber auch in diesem Zustand sind sie noch eindrucksvoll.

 

 

Diese Zist Blüten, die Rosen sehr ähnlich sind, beginnen jetzt - an sonnigen Standorten - zu blühen.

 

 

Ohne diese Treppen sähe es schlecht aus für viele Wanderer, die in die Jahre gekommen sind. Aber was ist mit allen anderen, die ein Handicap haben? Barrierefreiheit ist weit entfernt. Schade, auch sie wären begeistert von der Schönheit dieses Küstenstreifens.

 

 

Life is better when you surf

 

Ich interpretiere den Satz für mich so:

 

Wirf dich ins Leben, die nächste Welle kommt bestimmt.

 

 

 

Wanderung von Marinha nach Benagil - und zurück

 

Stimmt. Hier waren wir schon einmal. Das war Anfang Dezember und unsere erste Klippenwanderung.

Heute parken wir das Auto auf dem leeren Parkplatz, nicht weit vom Strand entfernt. Und wir haben schon wieder keine Wasserflasche dabei!

 

 

Letztes Mal haben Inge und Karl hier mit einer Portion Trauben in der Sonne gesessen und auf unsere Ankunft gewartet. Heute haben die Katzen ihre Rolle übernommen - ohne Trauben, aber in der Sonne.

 

 

Ich laufe an keinem Informationsschild vorbei, ohne alles zu lesen! In dem Plan findest du unseren Wanderweg.

 

 

Und es geht gleich dramatisch los!

 

 

 

Dieses Loch im Vordergrund ist noch klein und nicht tief. Wenn es gefährlich wird, kommt ein Zaun drumherum. Das kann aber noch dauern!

 

 

Die windzerrupften Wanderer vor großartiger Kulisse

 

 

Am äußersten Ende dieses schmalen Stegs hat die Möwe ihr Nest gebaut

 

 

Der gleiche steinerne Steg, nur aus weiterer Entfernung.

Wer sehr gute Augen hat, kann auch noch die Möwe entdecken.

 

 

Hier hat das Meer schon den Felsen an verschiedenen Stellen ausgehöhlt. Wenn Regenwasser in feine Ritzen eindringt, werden sie solange erweitert, bis der Stein zweigeteilt. ist. Keine Panik. Das wird vermutlich hunderte von Jahren dauern.

 

 

Eine typische Buschlandschaft. Alles muss dem Wind standhalten.

 

 

Überall beginnt es zu blühen

 

 

Wir kommen an eines der größeren Löcher. Auch wenn man ihn nicht sieht, hier ist ein Zaun. 

 

 

 

 Eine steinerne Brücke ist entstanden

 

 

Der Fels ist überall porös. Vögel und Fledermäuse werden sehr glücklich darüber sein.

Jeff schaut sich alles ganz genau an.

 

 

Nicht jede Klippe ist durch Zäune gesichert, nur Stellen, die abzubrechen drohen. Jeder Wanderer muß dafür sorgen, dass er oder sie nicht abstürzt. Auf Regeln, wie feste Schuhe zu tragen oder  Wasser und Sonnenschutz mitzunehmen, wird auf den Schildern hingewiesen.

 

 

Benagil ist nicht mehr weit. Verdeckt durch die Zweige sind in der Ferne Häuser zu sehen.

In einige dieser Grotten kann man mit Booten fahren - wenn nicht gerade Corona einen Strich durch die Rechnung macht.

 

 

Wir haben es geschafft. Hier ist der kleine Ort Benagil mit seinem Strand zu sehen. Wir können uns sehr zufrieden auf den Rückweg begeben.

 

Wir nutzen das schöne Wetter, um ein paar Tage später noch einmal nach Marinha zu fahren, um uns den Strand anzusehen.

 

 

Wir laufen ein paar Meter auf dem Wanderweg in Richtung Albandeira und steigen dann die gut ausgebauten Steintreppen hinunter zum Strand, der weltweit zu den hundert schönsten Stränden gehören soll - laut Infotafel der hiesigen Gemeinde!

 

 

Schon durch das Gewirr der Zweige kann ich das Besondere dieses  Strandes

erahnen

 

 

Ein leerer Strand nur für uns

 

 

Auch hier sind Wind und Wellen unermüdlich bei der Arbeit

 

 

 Wie lange wird dieser Koloss auf einem Bein dem Nagen des Wassers standhalten? Sicher sehr viel länger, als ich vermute.

 

 

Wir haben diese Strukturen alle von oben bewundert und doch ist es etwas ganz anderes, sie hier vom Strand aus zu sehen.

 

Das Wasser läuft auf und wir verlassen das flache Gelände, um die warmen Sonnenstrahlen und unser Picknick  auf höher gelegenem Sand zu genießen. Wer will schon beim Sonnen plötzlich nasse Hosenbeine bekommen!?

Übrigens glaube ich auch, dass er zu den hundert schönsten Stränden der Welt gehört - auf jeden Fall jetzt, wo er leer ist und nur uns gehört.

Alvor und der Strand der drei Brüder

 

Es sind die kleinen Städte am Meer, die wir gerne anschauen. Alvor ist uns besonders empfohlen worden und  der in der Nähe liegende Strand "Praia dos Tres Irmaos". Aber nur bei Ebbe.

Die Strecke kennen wir gut! Es geht an Portimao vorbei  -da habe ich mich schon öfter mal verfahren-  und dann kommt schon bald der Abzweig in Richtung Alvor. Direkt am Meer liegt es nicht, aber immerhin am Wasser.

 

 

Es ist immer noch diesig.

 

 

Alvor liegt an der Mündung des gleichnamigen Flusses.

 

Alles ist still, kein Mensch, außer zwei Polizisten, scheint unterwegs zu sein.

 

 

Wo sich sonst durstige und hungrige Touristen  drängeln, herrscht Ruhe wie morgens um 6 Uhr. Ein Mann kehrt in der Ferne vor seinem Haus, wir sehen später eine Briefträgerin, das war´ s.

 

 

Wir laufen straßauf, straßab durch Geisterstraßen. Der Verlusst der Restaurants und Bars muss gigantisch sein. Zuletzt erreichen wir eine Anhöhe mit Ausblick auf den kleinen Hafen. Da sind auch die Polizisten wieder! Du kannst sehen, dass die Bevölkerung das Gebot, zu Hause zu bleiben, befolgt.

 

Wir wollen unbedingt am Meer entlang laufen. Sand, Wasser, Wellen, Fußabdrücke hinterlassen, Muscheln finden, das ist unser Programm!

 

 

Wie gewünscht: Sand, Wasser, Wellen. Wir können unsere Abdrücke für einen Moment hinterlassen und ich finde auch Muscheln.

 

 

Weil wir nicht so viel Zeit haben, fahren wir ein paar Kilometer bis zur Praia dos Tres Irmaos, dem Strand der Drei Brüder.

 

 

Was mag wohl hinter dem großen Felsen sein?

 

 

 

Wir entdecken einen engen Durchgang

 

 

 

und finden uns wieder in einer verzauberten Welt.

Torbögen, Fenster, Höhlen, alles geschaffen durch Wasser, Wind, Sonne und viel, viel Zeit.

 

 

Ich muß immer wieder die Millionen von Jahren alten Fossilien bewundern, die überall in dem karstigen Gestein zu sehen sind.

 

 

Kommt da ein Elefant?

 

Zu guter letzt steigen wir eine Betonplatten -Treppe hinauf - Dank dafür! -  um den Ausblick auf so viel Schöheit aus einer anderen Pesrspektive zu genießen.

 

 

Und überall, wo es schön ist, sind schon Investoren am Werk gewesen! Ich weiß, dass Portugal vom Fremdenverkehr lebt. Die Gäste  sollen Unterkünfte vorfinden. Aber muss denn vieles so zubetoniert werden? Am Ende sagen die Gäste, hier ist kaum noch das ursprüngliche Portugal zu entdecken, alles ist zugebaut. Lasst uns woandershin reisen.

 

Aber die kleine Feriensiedlung, auf die wir hier oben treffen, ist zauberhaft. Ich vermute, dass wegen  ihrer Gäste die Treppe  zum Strand gebaut wurde. Hier würde ich auch Urlaub machen wollen!

 

 

Jetzt wird es aber Zeit, dass wir unser Auto wiederfinden und uns auf den Heimweg machen. Inge und Karl haben heute Nachmittag eine Verabredung und brauchen ihr Auto. Aber unser nächster Ausflug kommt gewiss! So long...

 

Da fällt mir noch eine Frage ein: Welche der vielen einzelnen Felsen sind denn nun die drei Brüder!?

 

Die wichtigste Regel: Bleibt zu Hause!

 

Während zu Hause in Hanau Wahlplakate die Stadtbevölkerung in die richtigen Stimmung versetzen sollen, doch bitte am 14. 3. 21 zur Wahl zu gehen und sowohl den richtigen Oberbürgermeister als auch die richtige Partei  zu wählen, wird hier in größeren Städten dafür geworben, zu Hause zu bleiben. Vielleicht ist "geworben"  nicht der richtige Ausdruck, es ist mehr eine Drohung.

Portugal ist in Europa am schwersten von der zweiten Corona Welle betroffen. Darum muss die Regierung alles tun, um die Pandemie wieder in den Griff zu bekommen.

Die Zahl der Infizierten hat sich glücklicherweise seit dem harten Lockdown sehr verringert, ist aber immer noch zu hoch. 

 

Wir haben Glück, dass wir auf diesem Campingplatz gelandet sind. Er gibt uns große Freiheiten. Unser Bungalow hat eine kleine Terrasse.  Es macht Spaß  draußen zu sein, und wir finden wir auf dem großen Areal immer jemanden, mit dem - geschützt durch die Maske und großen Abstand - man schwätzen kann.

Kein fremdes Auto hat die Erlaubnis auf das Gelände zu fahren. Ein Sicherheitschef sitzt an der Schranke und wer zum ersten Mal die Rezeption betritt, bekommt eine Fibermessung.

Seit dem harten Lockdown sind Restaurant und Bar ebenfalls geschlossen. Das ist sehr schade. Jeff und ich sind jeden Mittwochabend dort gewesen und haben nicht nur das Essen sondern auch die Life Musik genossen - von den Caipirinhas will ich gar nicht reden.

Man kann nach wie vor Essen bestellen und abholen. Das ist besonders wichtig für die Älteren, die schon seit vielen Jahren hier Gäste sind und nicht mehr selbst kochen wollen oder können. Wer ein Getränk möchte, kann es draußen, auf einer Mauer sitzend, zu sich nehmen. Hier ist auch der Ort, an dem viele ihre Nachrichten lesen.

Im Haus ist eine gut besuchte Bibliothek, in der für jeden Geschmack und in vielen Sprachen, Lesematerial zu finden ist.

 

Womit kann man sich sonst noch die Zeit vertreiben?

Leidenschaftliche Camper - zu denen ich nicht gehöre - finden immer etwas an ihren Gefährten zu brasseln. Außerdem bereiten die meisten von uns  Essen zu und beseitigen anschließend das Chaos in der Küche. Wäsche muss gewaschen werden, egal ob von Wohnwagenbesitzern oder Bungalowmietern. Es ist wie im richtigen Leben.

 

Wenn sie scheint, genießen wir alle die Sonne. Manche Paare spielen Boule oder gehen, wie  zwei tapfere Frauen jeden Tag, im großen Becken schwimmen.

Einkaufen  ist auch ein netter Zeitvertreib. Für einige war shoppen immer schon eine Leidenschaft oder die richtige Masche, um Stress abzubauen. Die haben jetzt gelitten. Nur Geschäfte für Lebensnotwendiges haben jeden Tag geöffnet. Aber manchmal gibt es auf den Grabbeltischen der Supermärkte auch das eine oder andere Interessante zu entdecken.

 

 

Praia dos Tres Irmaos

(Strand der drei Brüder)

 

 

Erlaubt sind auch sportliche Betätigungen, die man alleine machen kann. Dazu gehört laufen. Damit eröffnet sich mir eine wunderbare Welt.

Die dramatische Küstenlandschaft der Algarve kann man nicht oft genug erleben.

Ich entdecke Pflanzen und Tiere, die ich hier nicht vermutet hätte und kann mich immer wieder über eine bunte Blumenwiese freuen.

Jeff hat mich vor einigen Tagen gefragt, wenn ich hier ein Haus hätte, welche Bäume ich pflanzen würde. Wir haben zwei Tage nur über die Anzahl von Orangenbüschen, Dattelpalmen, Mandelbäumen, Bananenstauden, Feigen- und Olivenbäumen diskutiert, die in unserem Garten wachsen sollten. Listen wurden aufgestellt und über die richtigen Standorte nachgedacht. Aber das Thema ist jetzt abserviert und die Listen in der Tonne. Jetzt sind wir wieder glücklich, dass wir hier sein können, ohne Marmelade kochen zu müssen und unsere Zeit verbringen können, wie es uns gerade in den Sinn kommt.

Manchmal male ich. Aber, liebe Claudia, es ist sehr viel schöner, wenn ich mit den anderen jecken Frauen malen kann. Ich vermisse euch schon ein wenig.

 

 

Das ist keine Unordnung, das ist Kunst!!

 

 

Hast du erkannt, was ich beim Wäscheaufhängen entdeckt habe?

 

 

Es ist auf jeden Fall hier in der Gegend das meist fotografierteste Chamäleon - alle Nachbarn waren da!

 

 

Auf Inges und Karls Terrasse habe ich diesen großen Grashüpfer entdeckt. Unsere in Hanau waren immer klein und grün - aber auch schön.

 

Und weil es mir hier so gut gefällt und ich durch die Einschränkungen so vieles nicht anschauen konnte, habe ich ab November wieder ein Häuschen gebucht. Inge und Karl freuen sich sehr und Jeff wird auch für einige Wochen kommen. Und ihr?

Carvoeiro und Algar Seco

Carvoeiro, die kleine weiße Stadt, deren Häuser sich, rechts und links  eines Einschnitts in die Klippen, aneinander schmiegen. Unten enden die Häuserreihen, getrennt durch schmale Straßen, fast am Strand.

 

Wir sind hier vor etlichen Wochen schon einmal mit Karl und Inge gewesen. Der Regen ließ keine Sicht aus den Seitenfenstern zu und der Blick durch die Frontscheibe wurde durch einen eifrig sich bewegenden Scheibenwischer behindert. Wir sind die abfallende Straße bis zum Meer hinunter gefahren und haben uns sofort nach einer gut gebauten Wendemöglichkeit auf den Heimweg gemacht. Ich kann mich, außer an den Regen, nur an viele schirmbewaffnete Passanten erinnern.

Jetzt scheint die Sonne und wir wollen unseren Radius etwas erweitern. Carvoeiro ist das Ziel. Die Straßen sind leer. Wir treffen ganz wenige Passanten und finden sofort einen Parkplatz.

Der erste Weg führt uns an den Strand.

 

 

Der Sand ist nass, das Wasser läuft ab. Meine Fußabdrücke sind die ersten nach der letzten Welle. Eigentlich hoffe ich auf ein Foto, das mich auf zwei Inseln zeigt. Gut, dass ich ungeduldig werde und die Steine verlasse. Die nächste kräftige Welle, die irgendwann erscheint, hätte nicht nur meine Steine umspült, sondern mich bis zum Bauch nass gemacht!

 

 

rechte Seite,

 

 

linke Seite

Beide Seiten des Einschnitts werden durch hohe Klippen begrenzt.

 

 

Wir finden auf der linken Seite Treppen, die uns höher und höher führen. Immer wieder sind Möglichkeiten gebaut worden, um uns einen weiten Blick über Meer und Stadt zu erlauben.

 

 

Sie sind immer wieder mit ihrem Geschrei und ihren Flugkünsten die Hauptakteure!

 

 Die durch Regenwasser und Meerwasser gestaltete Landschaft ist einzigartig. Sie heißt Algar Seco.

 

Dieser barrierefreie Holzpfad ist gebaut worden um Einheimischen und Gästen, mit und ohne Einschränkung, die Schönheiten der Natur auf unbeschwerliche Weise erleben zu lassen. Zum besseren Verständnis sind Tafeln aufgestellt worden, die Einblicke in die hier typische Pflanzen- und Vogelwelt geben. Es wäre sehr schön gewesen, wenn die Gestalter dieses Weges auch an Sehbehinderte gedacht hätten und akustische Informationen gegeben hätten.

 

 

Mit welcher Kraft manche Wellen an die Felsen schlagen, dass die Gischt meterhoch schäumt! Ich kann mich nicht sattsehen und hören daran!

 

 

Wir finden auch ein Schild, das über die geologischen Gegebenheiten Auskunft erteilt. Bei jeder Wanderung habe ich Fotos mit Muscheln gemacht, die entweder durch Wasser, Witterung oder menschliches Zutun nach Millionen von Jahren freigelegt wurden. Hier kann ich Erdgeschichte sehen und anfassen.

Auf unserem Weg entdecke ich ein geschlossenes Törchen, das ich leicht aufdrücken kann. Eine Treppe, die in den Fels gehauen ist, führt uns nach unten. Die Sicherung ist nicht perfekt, aber ich trage meine Wanderstiefel und fühle mich sicher genug.

 

 

 

 

Einen vorsichtigen Blick kann man wagen!

 

 

Am liebsten würde ich noch in die Löcher krabbeln und dort nach Fossilien suchen. Die ganzen Felsen stecken voller Millionen von Jahren alten Muscheln!

 

 

Dietmars Ziegen würden hier große Freude haben!

 

 

 

Wir nehmen aus Unwissenheit den gleichen Weg zurück. Er ist aber eine "Einbahnstraße". Wegen der Infektionsgefahr hätten wir für den Rückweg die Straße wählen müssen. Sorry.

Vor uns liegt - hinter weißen Mauern - die ursprüngliche Befestigungsanlage, die den ganzen Küstenstreifen vor Überfällen durch Piraten schützen sollte.

Sobald wir wieder die Gelegenheit haben, werden wir noch einmal hierherkommen, dann aber noch viel weiter an der Küste entlang laufen. In drei Kilometern Entfernung soll ein Leuchtturm stehen!

Feierabend mit Weihnachten, entgültig!

 

Hä, Weihnachten? Das ist doch schon lange vorbei! Stimmt. Aber wir haben eben die letzten Kekse gegessen. Sie waren braun und schnurpzig und  haben uns manchen Spielenachmittag versüßt.

Der Supermarkt hatte wohl so große Vorräte angelegt, dass Karl letzte Woche noch eine Packung dieser Köstlichkeit aufgetrieben hat. Die entgültig letzte.

Die Dekoabteilung hat da größere Schwierigkeiten. Ihre Vorräte an Weihnachtsgedöns finden keine Liebhaber mehr. Aber die vielen Weinflaschen, die Weihnachten und Silvester zu einem besonderen Erlebnis werden lassen sollten, werden sicher noch in der nächsten Zeit Interessenten finden. Bei den Preisen!

 

Mit einem Fund aus dem verflossenen Weihnachtsangebot konnte ich Katherine eine Freude machen. Sie hatte uns zum Mittagessen eingeladen. Sie ist eine begnadete Köchin und damit die richtige Person für meine allerschönste, mit altertümlichen, geradezu romantischen Bildern, geschmückte Keksdose.

 

 

Zum Start des Mahls gibt es Oliven, Muskateller und Gespräche.

 

 

 

Das Hauptgericht ist Lammfleisch, köstliches Gemüse und  Couscous, verfeinert mit Inges nordafrikanischen Gewürzen und meinen Rosinen. Nicht zu übertreffen. Schade, dass ich so schnell satt bin!

 

Über den Genuss nachfolgender Getränke will ich mich nicht äußern, nur so viel: Um 16h sind wir wieder nach Hause marschiert. Was für ein schöner Tag.

Umzug

 

Nein, kein Umzug durch die Stadt! Ein Umzug von Haus Nr. 12 in Haus Nr. 10

 

Warum? Unser erstes Haus hat den besten Platz. Es steht am Maschenzaun, der den Campingplatz von einer Blumenwiese mit einigen Olivenbäumen trennt. In der Ferne können wir das Meer sehen.

Leider ist das, was im Sommer ein großes Plus ist, im Winter negativ. Schatten. Zu viele Bäume verdecken jeglichen Sonnenstrahl, der eigentlich auch unsere Terrasse erreichen müßte.

Dagegen ist unser neues Haus ein Sonnenparadies, jedenfalls wenn sie scheint.

 

 

Ein weiterer Vorteil ist, dass unsere Haus-Schiebetür perfekt schließt. Und wir können jederzeit nach draußen blicken, die Scheiben sind nicht mit Folie beklebt, um Passanten am Hineinsehen zu hindern. Für den Abend gibt es ein Rollo.

Die Badtür läßt sich ohne körperliche Gewalt öffnen und der Boden gibt keinen Millimeter nach. Außerdem hat der Herd vier statt zwei Kochmöglichkeiten.

Jetzt wißt ihr, warum wir uns einen Umzug angetan haben.

Sabine wird denken, bei der kleinen Tasche, mit der ich sie zum Flughafen gebracht habe, kann man kaum von Umzug sprechen! Es sind die Küchenutensilien! Der Kühlschrank war voll und drei Vorratsschränke mit gesammelten Marmeladen- und sonstigen Gläsern mit neuen Inhalten. Tüten mit Sicherheitsverschluss - man nennt sie auch Wäscheklammer- gefüllt mit Reis, Mehl, Zucker, ... Da leppert sich einiges zusammen in mehr als zwei Monaten!

 

 

Jetzt sind wir wieder in unserem normalen Leben gelandet und genießen die Freuden einer  guten Nachbarschaft.

 

 

An einem besonders warmen Tag werden wir übermütig und folgen Katherine ins Schwimmbad. Sie schwimmt jeden Tag, hier oder im Meer.

Ich steige tapfer die Stufen hinab ins lausigkalte Wasser. Unten angekommen, versuche ich meine Lungen zu überzeugen, dass es gar nicht soo schlimm ist, ehe ich tatsächlich einmal bis zum Ende des Beckens und zurück schwimme. Am schlimmsten tut der Nacken weh. Der Rest ist nach einigen Minuten in der Kälte angenehm warm.

Und was machen die verrückten Männer?

Sie springen einfach vom Brett in die Kälte! Jeff gibt später zu, dass es furchtbar war - im ersten Moment.

 

 

Wie man sieht, haben beide es überlebt und sind quietschfidel wie vorher!

 

Wir entdecken einen neuen Weg

Wir laufen beide gerne. Der Unterschied liegt in der freudigen Überwindung größerer Höhenunterschiede. Jeff liebt es sich anzustrengen, dass der Schweiß läuft. Ich dagen bevorzuge es geradeaus zu laufen oder den Berg hinunter. Ich weiß, wer runter will, muss zuerst rauf steigen. Aber ich denke, ihr habt mich verstanden und wer mich kennt, ist nicht überrascht, stimmt`  s, Ruth?

So versuchen wir unseren beiden Vorlieben gerecht zu werden. Kleine Erhebungen meistere ich - sogar ohne zu klagen. Dafür nimmt Jeff in Kauf, dass er lange Strecken marschieren muss, ohne nach oben  krabbeln zu dürfen.

So eine gemütliche Strecke haben wir gestern entdeckt. Und das, ohne uns weit vom Camp zu entfernen. Im Gegenteil, der erste Teil führt direkt am Zaun entlang.

 

 

Wir bewundern die "Geschosse" mit denen manche Camper unterwegs sind. Ganz ohne Neid!

 

 

Hinter dem Zaun sind die letzten Bungalows zu erkennen. Angenommen, wir würden dem Zaun folgen, könnten wir in etwa 200m unser Häuschen entdecken.

Die Straße ist eng, aber asphaltiert. Kein Autoverkehr läßt uns zur Seite springen. Ich entdecke Bäume, die sicher älter sind als ich, und das will was heißen!

 

 

Die Straße ist an beiden Seiten durch Mauern begrenzt. Sie sind alt, sehr alt sogar, aber unglaublich reizvoll.

 

 

Habe ich zu viel versprochen? Hier habe ich den richtigen Durchblick! Hinter all dem Grün liegt das Meer!

 

 

Am Fuss der Mauer wächst diese Pflanze. Eine Passantin nennt mir ihren Namen: Holländische Pfeife. Karl kennt auch ihren deutschen Namen, aber ich bleibe bei Holländischer Pfeife. Ich behaupte sie noch nie vorher gesehen zu haben, und muss zu meiner Schande gestehen, dass sie an unserem Zaun wächst, etwa zwei Meter von unserem Sitzplatz entfernt. Ich muss wohl "Flott auf den Augen" gehabt haben!

 

 

Unsere neue Strecke endet auf einer uns bekannten Wiese, nur etwa einen halben Kilometer weiter entfernt von unserem bekannten Pfad. Aber irgendwie ist alles anders hier noch schöner.

 

 

Das Gelände auf der anderen Bachseite ist terrassiert. Diese Arbeiten sind vor Jahrhunderten von den Mauren geleistet worden, die über einen längeren Zeitraum die Algarve besetzt hatten. Sie haben hier, in dem feuchten Gebiet, das von zahlreichen Gräben durchzogen ist, Reis angebaut.

Der Olivenhain gibt der Landschaft einen besonderen Reiz.

 

 

Wir nähern uns dem Meer: Auf der Düne steht eine windzerzauste Kiefer.

 

 

 

Zwischen den Sandbergen fließt der Alcantilha Fluss ins Meer. Nur bei Ebbe können wir trockenen Fusses das andere Ufer erreichen.

 

 

Dank der Technik locke ich das Meer in meine Nähe. Ich bin immer wieder beeindruckt von der Lautstärke, mit der die Wellen an den Strand schlagen. Das Geräusch hören wir bis in unser Häuschen!

Langsam aber sicher meldet sich mein Magen und wir machen uns zufrieden mit der Welt auf den Rückweg.

Hurra, die Mandelbäume blühen!

Wie oft habe ich das gehört: "Warte nur ab, wie schön es ist, wenn die Mandelbäume blühen!"

Liebe Freunde, das kann ich nur bestätigen. Kein Blatt am Baum, aber lauter rosa Tupfen an den entweder sehr dunklen oder hellgrün vermoosten Ästen. Ich kann mich nicht sattsehen an der Pracht.

 

Unter diesem Baum sitzen wir vor unserem Bungalow und genießen die wärmende Sonne

 

Nicht nur die Mandelbäume treffen ihre Frühlingsvorbereitungen, sondern die ersten Feigenbäume starten durch und zeigen Blätter.

Der Ginster blüht weiß und duftend. Die Büsche sind oft hoch und ausladend  wie Bäume.

 

 

Riechst du etwas??

 

 

 

Bei Jeff hat´  s geklappt!

 

 

Die Gänseblümchen sind nicht zu übertreffen. Sie bilden ein Blütenmeer! Ich könnte euch alle mit Kränzen schmücken!

 

Na, habe ich zuviel versprochen?

 

Wer genau hinschaut entdeckt die Häuser auf dem Campingplatz. Heute habe ich sogar unseres entdeckt. Es ist der weiße Fleck obenhalb der Häuserreihe, auf der rechten Seite. Der Platz ist sehr groß, zur Zeit kaum belegt und bildet sozusagen den Ortsausgang von Armacao de Pera.

 

 

 Nach rosa und weißen Blüten habe ich an unserem Weg einen gelb blühenden Busch entdeckt.  Die Blätter ähneln Efeu. Aber vielleicht hat sich nur ein vorwitziger Efeu dazwischen gedrängelt.

 

 

Blauer Himmel, blühender Ginster, trockener Weg durch eine grüne Landschaft, aufgemotzt mit der Ruine einer Mühle. Wer mich jetzt nicht beneidet, dem ist nicht zu helfen!

 

 

Hier hat eine Narzissenwiese mich davon überzeugt, dass es die beste Idee war, mich auf die Socken zu machen, die Kälte hinter mir zu lassen und die kleinen und großen Schönheiten Portugals zu genießen.

 

Lieber Alex, all diese Blumen sind ein spezieller Geburtstagsgruß für dich. Ich hab´   dich lieb.

 

Gute Nachbarschaft

Gute Nachbarschaft bedeuted nicht, dass wir tagein tagaus beieinander sitzen. Jeder führt sein eigenes Leben, aber wenn wir uns begegnen gibt es ein kurzes Schwätzchen. Wir freuen uns über die Abwechslung. Natürlich gibt es mehr Begegnungen wenn das Wetter gut ist und wir uns draußen aufhalten.

 

 

Jeff und Jimmy müssen dringend einen guten Tropfen kaufen.

 

 

Unschwer zu erkennen: der Tisch ist für 4 Personen gedeckt. Wir haben Stühle und Gläser mitgebracht und wollen Katherines neueste Errungnschaft ausprobieren: Ein Geschirr, auf dem man eine Wurst in Alkohol braten kann.

 

 

 In dem kleinen Topf der wird Alkohol erwärmt. Katherine meint, er würde sonst in ihrer Tonschale nicht brennen.

 

 

Etliche Versuche den "Braten" zum Brennen zu bekommen, scheitern. Draußen ist es zu windig, mal sind die Streichhölzer feucht, aber dann klappt es. Du kannst sicher die Flamme erkennen und die Wurst bekommt schon braune Flecken. Wir sind gespannt wie die Flitzebogen!

 

 

Tara, hier ist das Ergebnis. Die Wurststückchen schmecken prima zum Aperitif. Sobald ich so eine Wurstschale sehe, werde ich sie kaufen. Stell dir die ganze Prozedur im Dunkeln vor! Sehr romantisch -

und lecker.

Wir beide haben auf unser Mittagessen verzichtet und erst abends gekocht.

 

Corona ist schlimm, aber nicht alles im Leben

Versteht mich nicht falsch, ich will keineswegs die Dramatik dieser Bedrohung, die über uns allen liegt, verniedlichen. Aber!

Der harte Lockdown in Portugal ist jetzt eine Woche alt. Nachdem die erste Welle Portugal sozusagen umschifft hat, ist diese mit unvorstellbaraer Wucht über das Land gekommen. In den großen Städten sind die Krankenhäuser mit Schwerkranken mehr als ausgelastet.

Hier, in Armacao de Pera, zeigen sich die Einwohner sehr diszipliniert. Maskenpflicht ist jetzt überall, auch auf den Straßen.

Den ersten Kontakt zu sehr freundlichen und höflichen Polizisten hatten wir am letzten Samstag. Nach dem Einkauf auf dem Markt und einem Abstecher zum Schlachter wollte ich unbedingt über die Promenade laufen und einen Blick über die Mauer auf Strand und Meer werfen.  Welche Freude, wir erwischen sogar noch eine Bank, die in der Sonne steht!

 

Der Genuss der wärmenden Sonnenstrahlen ist nur Minuten lang. Dann kommt die Polizei. Zwei Beamte kommen auf uns zu. Das erste Gespräch haben sie mit dem Mann, der auf einer Nachbarbank sitzt. Ich zische Jeff zu, dass er  die Maske aufsetzen soll, da stehen sie auch schon vor uns.

Der gefüllte Einkaufssack kann uns nicht vor dem Anschiss retten! Wir sitzen auf einer Bank, und das ist verboten. Wir entschuldigen uns und machen uns auf den Weg in Richtung Campingplatz. Dort studiere ich noch einmal ganz genau die neue Corona Betriebsanleitung. Tatsächlich, hier steht, dass das Sitzen auf Bänken verboten ist. Aber wir dürfen Sport treiben. Für uns Alte wird das bedeuten, dass wir am Strand spazieren gehen dürfen. Nur an Wochenenden ist um 13h daddeldu. Dann muss jeder zu Hause sein.

Darf ich vorstellen: King Jeff

 

Und wie kommt man zu der Ehre?

Nichts einfacher als das: Du musst nur die richtigen Nachbarn haben. Und die haben wir! Katharine und Jimmy laden uns am Nachmittag zum Kuchen essen ein. Pünktlich um 15h stehen wir vor ihrer Treppe. Weil es kühl und windig ist, haben sie im Häuschen gedeckt.

Den Kuchen hat Katherine in einem französichen Supermarkt entdeckt. Es ist der, von dem sie mir am 6. Januar erzählt hat, dass es eine französiche Tradition mit diesem Kuchen gäbe. Eine kleine Tonfigur sei eingebacken worden und wer sie fände, sei die Königin oder der König. Natürlich nicht für immer, aber für diesen Nachmittag.

Nun hat Katherine diesen Kuchen gefunden und will mit ihren liebenswerten Nachbarn feiern. Ist doch egal, ob heute der 6. oder der  16. Januar ist. Wir haben viel Freude an King Jeff und rufen jedesmal, wenn er seine Tasse mit Cidre zum Trinken ansetzt: " Der König trinkt!" und als gute Untertanen beteiligen wir uns sofort!

Um 17h beginnt  unser nächstes Highlight des Tages. Wir spielen , wie jeden Nachmittag, eine oder zwei Partien Karten. Zum Programm  gehört auch eine Runde Fibermessen für alle. Manchmal unterhält uns Karl mit einer Kostprobe seines Könnens, Stichwort Ukulele.

Den restlichen Abend verbringen wir in unserer Bude. Wir lesen, spielen etwas, oder erzählen. Wein, Port, Bier, Cognac, oder was die Leber  sonst noch mag, steht zur Verfügung. Und wenn wir von allem genug haben, fallen wir in unser Bett.

Schade ist eigentlich nur, dass es abends so schnell dunkel wird ohne warm zu bleiben. Wie schön wäre es, auf unserer festlich erleuchteten Terrasse zu sitzen!!

Die versprochene letzte Bratwurst vor Amerika

 

Nicht jedes Versprechen kann in Erfüllung gehen.

Aber ich fange am besten am Anfang an: Wir erfahren gestern durch Zufall, dass auch der Algarve ein Lockdown droht,  der  wahrscheinlich schon übermorgen beginnen wird. 

Den letzten Tag in Freiheit wollen wir ausnutzen. Aber wohin? Sabine hat mich bereits zweimal gefragt, ob wir schon am Leuchtturm vom Cabo de Sao Vicente gewesen seien.  Noch nicht, aber er steht auf unserer Wunschliste. 

 

Damit  ist das Ziel des Ausflugs gefunden: Sagres mit der Fortaleza, Cabo de Sao Vicente, ein wunderbarer Strand an Portugals Westküste und  ein Abstecher zu einem Spa in der Nähe von Monchique. Wer weiß, wann der Lockdown wieder aufgehoben wird. Darauf wollen wir nicht warten. Und das Wetter? Es hätte nicht besser sein können. Der Himmel ist strahlendblau und die Sonne scheint.

 

Auf die Befestigungsanlagen, die Heinrich der Seefahrer in Sagres hat bauen lassen, bin ich besonders neugierig. Ganz viel ist nicht mehr übrig, aber was ich sehe, ist beeindruckend.

 

 

Vor uns liegt die Befestigungsanlage. Das Tor in der Mitte ist der einzige Zugang. Das Besondere am Fortaleza ist,, dass nicht mehr als die hier zu sehenden  Bollwerke vorhanden sind. Die anderen beiden Schenkel eines gedachten Dreiecks bestehen aus steil abfallenden Klippen, die weit in den Atlantik reichen.  Wer konnte die schon bezwingen!

 

 

Nein Freunde,  die Rampe ist nicht für Rollies gedacht, sondern war eher eine  Erleichterung  für den  Transports von Kanonen und ähnlichem kriegerischen Gerät .

 

 

Jeff, als alter Soldat, übernimmt hier kurzfristig den Ausguck. Aber mit dem alten Geraffel hätte er heute Heinrichs Anlagen nicht mehr verteidigen können!

 

 

Ein Blick auf die andere Seite der Befestigungsanlage.  Von hier ist einer der bei Surfern beliebten Strände zu sehen.

 

 

Ganz schmal sind die Klippen von Cabo de Sao Vicente zu erkennen. Und wer Adleraugen hat, oder das Foto vergrößert, sieht an der Spitze die Festung mit dem Leuchtturm.

 

 

Wir beginnen unseren Rundgang an Heinrichs Kapelle. Es ist nicht mehr die gleiche wie vor etwa 500 Jahren, aber deren Nachfolgerin.

 

 

Der in der Ferne sichtbare Leuchtturm befindet sich  am Ende der felsigen Landzunge. Es dauert eine Stunde, um sie zu umwandern. Der Wind ist rau, und der Rückweg gegen den Wind unangenehm. Aber nur mir, mein Begleiter liebt Wind um die Nase.

 

Überall am gut ausgebauten Weg sind Tafeln angebracht, um auf einheimische Pflanzen oder Vögel hinzuweisen.

 

 

Ich kann mich nie sattsehen an den Felsformationen und dem Meer

 

 

Wo auch immer Gefahr drohen könnte, kommen Zäune zum Einsatz!

 

Und was soll das sein? Kunst? Ein Labyrinth?

Eines ist sicher,  zahlreiche Besucher haben eine Nutzung entdeckt: als  helle Leinwand, auf der jeder der mag, seinen Namen verewigen kann.  Kratztechnik ist besonders beliebt. Ist das jetzt Kunst? Auf jeden Fall ist es teuer.

 

 

 In der Ferne ist die  kleine Stadt Sagres zu sehen. Bei Surfern ist sie besonders beliebt. Die Strände in dieser rauen Ecke werden sogar im Winter von erfahrenen Surfern  aufgesucht.

 

Ich bin mehr an der Geschichte Heinrich des Seefahrers und seiner Kunst des Navigierens interessiert.

Durch ihn hat vieles begonnen,  Inseln wurden entdeckt und besetzt, neue Seewege gefunden, unbekanntes Land vereinnahmt, Schätze in das Heimatland transportiert und Handel getrieben. All das und vieles mehr hat dazu beigetragen, dass Portugal zu den reichsten Ländern dieser Erde gehörte. Vorübergehend.

 

Inge und Karl warten auf uns an der gleichen Stelle, an der wir ausgestiegen sind, eigentlich direkt vor dem Eingang. Zwei Autos, außer unserem, stehen hier. Der große Parkplatz in der Nähe ist beinahe leer.

 

Jetzt geht es zum nächsten Cap, dem mit Sabines Leuchtturm, der ihr vor etlichen Jahren so gefallen hat.

 

Die Fahrt dorthin ist nicht weit. Das Land ist flach, ohne Bäume.

Inge erzählt, dass hier immer viele Buden stehen mit regionalen Produkten aller Art, angefangen bei selbst gestrickten Pullovern, gestickten Handarbeiten bis zu diversen Staubfängern. Die Touristen und ihre Angehörigen sollen ihren herrlichen Urlaub nicht vergessen! Außerdem gibt es im Kiosk die letzte Bratwurst vor Amerika. Da bin ich ja gespannt und schon ein wenig hungrig!

 

 

Es sieht richtig einladend aus!

 

Leider ist das nur der Schein, der trügerische. Das Foto habe ich durch das verschlossene Tor aufgenommen. Die Eisenstäbe waren weit genug von einander entfernt.

In Corona Zeiten ist alles anders. Der große Parkplatz ist leer, auch das Fehlen der Andenkenbuden hat mich weniger gestört, aber der Kiosk ist geschlossen! Also, keine letzte Wurst vor Amerika. Naja, wir wollen ja auch gar nicht nach Amerika!!

 

 

Statt der letzten Wurst zeige ich euch den Felsen des Cabo de Sao Vicente, auf dem in einiger Entfernung und weiter links, der rot - weiße Leuchtturm steht. Hier ist nun der südwestlichste Punkt Europas, von dem die Menschheit noch im 14. Jahrhundert annahm, dass gleich dahinter das Ende der Welt liegt. Die Klippen sind 70 m hoch und den Leuchtturm kann man noch in 45 km Entfernung sehen. Er wird im Laufe seiner Existenz schon manchem Seefahrer das Leben gerettet haben. Der Atlantik wirft sine Wellen unermüdlich an die Felsen. Ich bin hier in Sicherheit,  liebe die Gewalt des Meeres und kann mich nicht sattsehen.

 

Weil es Mittagszeit ist und wir sowieso zurück nach Sagres fahren müssen, suchen wir uns ein kleines Restaurant, in dem wir gemütlich in der Sonne sitzend, ein paar Vorspeisen genießen. Den Mittagsschlaf planen wir für den Strand ein. Später.

 

 

Inges und Karls Lieblingsstrand hat sich zu einem Surfer - Paradies gemausert. Ich weiß, soviele sind auf dem Foto nicht zu entdecken, aber es waren viele!

Leider brauchen Surfer für ihre Leidenschaft Wind, den wir Alten gar nicht brauchen können. Es wird jetzt kalt und ungemütlich und ich mag auf gar keinen Fall hier im Sand liegen.

 

Wir bleiben nicht lange. Die Weiterfahrt, direkt am Meer entlang, entschädigt für die Enttäuschung. Jeff und ich steigen dauernd aus, um die Schönheit der Klippen in den verschiedensten Farben zu genießen. Und das Meer!

 

 

Hier befinde ich mich auf verbotenem Gebiet: Hinter der Absperrung.

Von unserem letzten Ziel, einem kleinen Badeort, der zu Monchique gehört, kann ich leider kein Foto zeigen. Meine Kamara hat die Arbeit verweigert. Die Besitzerin hatte die Batterie nicht richtig geladen.

 

Wir steigen mit Karl viele Stufen in einem Park hoch, begleitet von einem ebenfalls stufigen Wasserlauf. Es ist windstill, die Sonne scheint und wir genießen die Schönheit  dieses fast verwunschenen Gartens.

 

Einen letzten Stop gibt es auf der Heimfahrt an einer Stelle, wo zwei Flüsse zusammen fließen.  Inge und Karl sind in vergangenen Jahren oft hier gewandert, und wollen uns daran teil haben lassen. Es ist schön, wenn man von Erfahrungen seiner Freunde profitieren kann, und wir bedanken uns herzlich bei ihnen für den wunderbaren Ausflug.

Unerwarteter Kälteeinbruch

 

Kälte im Janauar, wen wundert das?! Mich, ich bin in der Algarve und hier ist es, wie ich von allen Experten  gehört habe, noch nie sooo kalt gewesen!

Die Sonne scheint seit Tagen nur  in der Mittagszeit so warm, dass man seine Stühle in einer windgeschützten Ecke aufstellen kann. Unsere Nachbarn haben so einen besonders sonnigen Platz gefunden: sie schleppen ihre Möbel vor das nächste unbewohnte Haus.  Entweder bemerken wir ihre Vorkehrungen oder, wie vorgestern geschehen, klopft  Jimmy  an unserer Tür. Wer will schon alleine Wein trinken!?

Bei der Gelegenheit habe ich zum ersten Mal Lupinensamen gegessen. Sie werden in großen Gläsern verkauft und sind  ein beliebter Snack zu Wein. Mein Lupinen - Samen - Ess - Lehrgang ist bei dem ersten Versuch nicht in, sondern  auf die Hose gegangen. Du mußt  den Samen  aus der Pelle quetschen, und das möglichst so, dass er in deinem Mund landet. Bei unserem nächsten Einkauf werden wir uns ein Glas kaufen. Anschließend sind wir auch auf diesem Gebiet fit! Das mit dem Trinken klappt auch ohne Training prima.

 

Sobald die Sonne daran gehindert wird uns zu wärmen, ist es so kalt, dass nur die Heizung  helfen kann. Die Häuschen sind nicht isoliert; unsere Schiebetür hat so viel Möglichkeiten, die Wärme hinausgelangen zu lassen, dass wir bis zum Schlafengehen heizen.

 

Der Wetterbericht hat uns gestern für die nächsten drei Tage viel Sonner versprochen. Wie  geplant, wollen wir einen großen Markt zu besuchen. Hier soll alles verkauft werden - von der Kuh bis zur Gurke. Ich bin interessiert an warmen Stulpen für meine kalten Beine. Ich könnte sie im Bedarfsfall bis über die Knie ziehen!

 

Die Sonne scheint, der Himmel ist knallblau, nur der Markt findet nicht statt. CORONA!

Karl schlägt vor, dass wir stattdessen eine Burgruine, das Castelo de Paderne, besichtigen.

Jeff und ich sind so begeistert von der Umgebung, dass wir in den nächsten Tagen noch einmal hierher fahren und eine Wanderung zu einer römischen Brücke machen, die wir von oben in einiger Entfernung gesehen haben.

 

Und was ist mit den Stulpen? Zur Not, wenn die Kältewelle wieder kommt,  kann ich ja welche stricken!

 

 

Der Fußweg Richtung Strand

 

Spazierwege sind oft die gleichen und doch ist es immer anders.

Seit ein paar Tagen hat es nicht geregnet. Ob der Weg wohl heute trocken ist? Trocken nicht, aber wesentlich besser als bei der letzten Wanderung!

 

Geschafft!  Beim letzten Mal war der Graben noch wesentlich breiter, der Autoreifen schwamm und war keine große Unterstützung. Wir hatten beide einen nassen Fuß. Heute ist es ein Kinderspiel über die Stange zu balancieren.

 

 

Ganz falsch! Das Helle  ist kein Wasser sondern ein Blumenmeer! Gänseblümchen sehen immer bezaubernd aus, aber in diesen Mengen einfach umwerfend.

 

 

In der linken Ecke oberhalb der Blumenwiese, befindet sich der Campingplatz. Im dritten Haus von unten wohnen Inge und Karl. Unser Häuschen könnte man weiter oben auch sehen, wenn nicht ein Busch davor stehen würde.

 

 

Eine portugiesische Kleevariante. Karl nennt sie "Nickender Sauerklee".  Die Schafherde wird begeistert sein!

 

 

Bis auf drei Reiter treffen wir niemanden.

 

 

Wir haben fast das Meer erreicht. Man kann es schon sehen. Weil wir den Weg durch den Ort zurück nehmen wollen, müssen wir irgendwie über dieses Wasser kommen. Der Abfluss ins Meer ist freigebaggert.

Unsere Hoffnung, dass das Meerwasser noch nicht so hoch gestiegen ist, wird enttäuscht. Aber wer wird denn hier aufgeben! Wir suchen solange, bis wir eine Stelle finden, wo es klappt. Mit einem nassen Fuß werden wir mit Leichtigkeit fertig!

 

 

Fast war der Sprung weit genug. Das letzte, zu überwindende Wasser, ist nur ein Pillerbach!

 

 

Wer wagt, gewinnt. Wir, in diesem Fall, ein frisch gezapftes Bier. Mh.

 

 

Das Strandrestaurant gehört zu den besseren, siehe Preisliste.

Jeff studiert sie und meint, für seinen alten Van, dessen Verkaufswert  er im letzten Jahr eingeholt hat, hätte er drei Lobster bekommen. Unglaublich, seine wunderbare, zuverlässige, geliebte alte Karre für drei Lobster?  Nie und nimmer! Recht hat er.

 

Dies und das - von Allem was

Ich hätte diesen Eintrag auch "Kraut und Rüben" nennen können. Egal, die Hauptsache ist, dass wir in den letzten Tagen einiges unternommen haben.

 

Diese Fotoserie habe ich in Silves aufgenommen. Es ist schon unser zweiter Ausflug hierher und sicher nicht der letzte.

Das Storchenpaar empfängt uns höchst uninteressiert. Macht nichts, ich freue mich immer sehr, wenn ich ein Paar in ihrem Nest entdecke.

Wir parken das Auto sozusagen unter ihrem Schutz und steigen die vielen Stufen in Richtung Burg hoch.

 

 

Ich wünschte, ich wäre 10 Jahre jünger und so flott wie Jeff!

 

 

 

Diese Stufen stehen uns auch noch bevor und dann haben wir Eis, Kaffee, Kuchen und Eiskaffee mehr als verdient!

 

Wir haben eben noch in der Sonne gesessen und machen jetzt einen kurzen Rundgang durch den Ort. Ein Weg, der - schon wieder - nach oben führt, bringt uns an einen wunderschönen Aussichtspunkt.

 

 

Zu gerne würden wir uns die Mühle ansehen, die ich, Dank der Technik, ein wenig weiter in unsere Nähe befördert habe.

 

 

Und weil es hier so schön ist, gibt es noch ein Selfie von den Wanderern.

 

 

Fast könnte man es  als Zauberei bezeichnen: Wir sind zurück auf unserem Campingplatz.

 

 

Wir beobachten unsere Nachbarn, wie sie mit einem Stecken bewaffnet, in einem, unserer Meinung nach, völlig kahlen Baum herumstochern, bzw. etwas aufsammeln.

Ich kann nur durch Fragen klüger werden!  Der Baum ist gar nicht kahl! Er trägt Mandeln. Ihre Hüllen sind nur schwarz, sodass sie kaum von den Ästen zu unterscheiden sind. Jimmy erklärt mir, dass es vor ihrem Haus zwei unterschiedliche Mandelbäume gibt. Der eine, von dem sie gerade ernten, trägt süsse Mandeln und der andere bittere. Letztere werden für Likör und Marzipan verwendet. Was meint ihr wohl, wie schnell ich mich am Aufsammeln beteiligt habe!

Ein Problem gibt es bei beiden Sorten: Du mußt sie knacken können. Nussknacker?  Zange?  Hammer?  Fehlanzeige!

 

 

Von der bitteren Nuss ist die Schale entfernt.

Sie sehen vollkommen identisch aus und wachsen immer auf unterschiedlichen Bäumen.

 

Da wir uns gerade über Bäume unterhalten, möchte ich euch noch unseren Weihnachtsbaum vorstellen. Die besten Zeiten hat seine Deko hinter sich, aber da er mein seit Jahren erster geschmückter Baum ist,  will ich doch auf eine Besonderheit hinweisen: Die Sterne habe ich  mit der Nagelschere aus goldenem und roten Bonbonpapier  geschnipselt und die größeren, echt silbernen, die auch unsere ganze Bude aufmotzen, sind aus dem Innenleben der Fünf - Liter -  Rose´  - Wein - Kartons entstanden. Eigentlich wollten wir gar nicht so viel trinken, aber .....

 

 

Das, was an der Spitze einem gerupften Adler ähnelt, war ein Rausch - Silber - Engel, der allerdings den hübschen Puschel auf dem Kopf verloren hat. Kein Wunder, der Baum stand öfter draußen und hat auch Transporte zwischen Inges und unserem Haus hinter sich.

Seit heute schmückt er wieder unsere Terrasse - ohne alles - und ist sehr schön.

 

Das neue Jahr 2021

Im neuen Jahr wird alles besser!  Der Satz drückt Hoffnung aus; bei den meisten sicher die, dass der Corona - Spuk bald vorüber sein wird. Ich vermute allerdings,  dass der Wunsch  uns noch lange erhalten bleiben wird.

 

Hier,  in Portugal, gibt es seit gestern die Anordnung, dass jeder um 13 Uhr Zuhause zu sein hat. Bis dahin sind die Geschäfte geöffnet. Wer anschließend auf der Straße erwischt wird, bekommt eine hohe Strafe. Damit ist unser für heute Nachmittag geplanter Ausflug geplatzt.

 

Seit heute Nacht um 0 Uhr, habe ich Geburtstag. Seitdem feiere ich. Hurra, ich bin jetzt 79 Jahre alt und  fühle mich wie eine fitte 60 Jährige.  Ich genieße jeden Tag und bin dankbar für jeden schmerzfreien Schritt, den ich gehen kann und für jedes Lachen, das mich durchschüttelt. Ich freue mich über all die Glückwünsche, die ich von meinen Kindern und den vielen Freunden bekommen habe.

 

Weil die Nacht so lang war, haben wir erst gegen 10 Uhr die Augen aufgeschlagen. Caramba, Schissematucki, unser Häuptling! Gleich wird es klopfen und unsere Nachbarn erscheinen! Glück gehabt: statt  der Nachbarn steht ein guter Geist des Campingplatz Teams, der frische Handtücher bringt und die Bettwäsche wechselt, vor der Tür. Wer jetzt denkt, kaum ist das Jahr um, schon wird wieder gewechselt, irrt. Sie kommen jede Woche mit einem Packen frischer Wäsche. Das ist allerdings auch der einzige Service.

Billy, der Nachbar, kommt einen kurzen Moment später. Er bringt uns frische Crepes, die Katharina  nach einem Spezialrezept ihrer bretonischen Heimat, mit gesalzener Butter, gebacken hat. Lecker!

Jeff trägt unsere Terrassenmöbel in die Sonne. Wir sammeln unsere Wassergläser zusammen, es sind nur drei. Im Vierten  stehen unsere Zahnbürsten! Jeff spült auch das letzte  Glas und wir marschieren, beladen mit Sektflasche, Gläsern und einem Teller Patee - Häppchen - dekoriert mit Gurkenscheiben - Richtung Nachbarn.

Sie haben auch ihre Möbel in die Sonne getragen. Weil sie aber nur zwei Stühle besitzen, tragen wir unser "Wir - begrüßen - das - Neue - Jahr- Equipment"  wieder zurück zu unserem Platz.

 

Wir genießen gemeinsam  die Sonnenstrahlen auf unserer Haut, die mit Gurkenscheiben aufgemotzten Leberwurst Kniftchen, den Sekt aus Wassergläsern und die Crepes. Wir erzählen, lachen und die Zeit verfliegt nur so. Plötzlich ist es 12h und wir sollten eigentlich schon bei Inge und Karl zum Mittagessen sein.

Auf dem Weg zu ihnen kommen uns die niederländischen Nachbarn eintgegen. Sie bringen uns typische Muzen aus Holland. Danke, jetzt haben wir sogar einen Nachtisch für uns vier!

Obwohl Karl motzt- es sei zu kalt - essen wir auf der Terrasse. Inge hat alles vorbereitet. Es gibt einen leckeren Braten, Rotkohl, Sauße und Kartoffeln. Wenn das nicht ein leckeres Geburtstagsessen ist!

Zum Nachtisch gibt es türkischen Kaffee - jedenfalls den Rest, der nicht beim Überkochen auf der Herdplatte verbrannt ist, die Rosinenmuzen und ein Spiel.

Ich liebe es, Geburtstag zu haben!

Warme Weihnachten

Weihnachten in warmen Gefilden zu verbringen, ist nichts Neues für mich. Mein Körper und ich mögen Wärme!

In den Jahren, in denen ich alleine gereist bin, hat das Weihnachtsfest keine Rolle gespielt. Ich habe immer meine Familie vermisst,  aber es genossen weder dem Weihnachtstrubel ausgesetzt zu sein, noch mich an der Jagd nach Geschenken zu beteiligen. Kein Gänsebraten stand auf meinem Programm, das einzige worauf ich achten mußte war,  vor Geschäftsschluss etwas Essbares zu ergattern. Das hat leider nicht immer geklappt.

 

Dieses Jahr ist alles anders. Jeff und ich bewohnen eine kleine Hütte und haben 150m entfernt zwei Freunde. Da bietet es sich an, das Fest zusammen zu feiern.

Am "Heiligen Vormittag" sind Inge und Karl bei uns. Ich koche - Ruth und Karin, ihr lest richtig - eine rote Linsensuppe. Die ist schnell zubereitet und,  außer exotisch, auch sehr lecker.

 

 

Die Gäste sind da!

 

 

Nicht nur der Wein sorgt für entspannte Stimmung!

 

Zum Nachtisch gibt es Muzen.

Muzen waren immer Gertas Beitrag zum Karneval. Sabine hat, nach dem  Rezept ihrer Großmutter, jedes Jahr am "Heiligen Mittag", Familie und Freunde mit köstlichen Muzen beglückt.

Diese Tradition setze  ich jetzt in der Algarve fort und rufe damit große Freude bei meinen Mitessern hervor. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich das Rezept etwas abwandele: Statt Magerquark verwende ich den fetten Griechischen Joghurt. Kann man machen, sie schmecken gut, werden nur ein wenig schrumpelig, nachdem sie das Fettbad verlassen.

 

Für den Abend bereiten  wir Kartoffelsalat vor. Die großen Wurstdosen und den Tannenbaum haben Inge und Karl schon im Auto mitgenommen.

 

Ehe wir zu unseren Freunden gehen, sind wir bei den Nachbarn zu einem Glühwein eingeladen. Dazu gibt es Maronen. Wir können nicht lange bleiben, haben aber  bei der internationalen Zusammenkunft viel Spaß: Zwei Nachbarn kommen aus den Niederlanden und unsere Gastgeber sind Franzosen,  die - Gott sei Dank - Deutsch sprechen.

 

 

Das Highlight unserer abendlichen Weihnachtsfeier, ist Karls  "Stille Nacht, heilige Nacht ..", das er uns auf seiner extra angeschafften Ukulele zu Gehör bringt. Seine musikalische Karriere hat er mit dem Forellen Quintett begonnen, das er schon nach ein paar Tagen wunderbar zupfen kann. Wir erkennen es sofort und bitten fortan allabendlich um eine Wiederholung. " Spiel doch noch einmal das Fischlied!"

 

Das nächste Highlight des abends ist der phantastische Kartoffelsalat! Kein Wunder bei dem emsigen Peller!! Dazu gibt es die dicksten und längsten Würste, die ich je gekauft habe. Die Bezeichnung Würstchen wäre eine grobe Beleidigung!

 

Inge und Karl haben schon alles in ihrer warmen Hütte vorbereitet. Wir beiden Frauen dekorieren uns noch zur Feier des Tages mit einem prächtigen Silberstern im Haar und dann kann es auch schon mit dem Mahl losgehen.

 

Natürlich spielen wir später Karten, aber erst schauen wir "Dinner for one" an. Wir hatten Jeff von der deutschen Tradition berichtet, Silvester den alten englischen Schinken anzusehen und sich dabei köstlich zu amüsieren. Jeff hat nur überrascht den Kopf geschüttelt. Von dem Film hat er noch nie etwas gehört. Ab jetzt, dafür gehe ich jede Wette ein, wird er an jedem Silvester  zum Deutschen werden!

Durch 100 Kreisel bis Lagos

Was natürlich völlig übertrieben ist! Aber wer von euch schon einmal durch die Algarve gereist ist, wird mir zustimmen:  Portugiesen lieben Kreisel.

Die Entfernung ist etwa doppelt so weit wie bis Portimao, also ein Katzensprung. Das Wetter ist wie meistens: Der Himmel hängt voller Wolken.

Über Lagos habe ich viel Interessantes im Reiseführer gelesen, außerdem macht der Name mich neugierig. Als wir vor vierzig Jahren in Nigeria gelebt haben, sind wir etliche Male im dortigen  Lagos gewesen. Welche Verbindung gibt es zwischen den beiden Städten?

Wir erreichen Lagos - am Ende mit sch gesprochen-, kurz vor Mittag. Wir parken an der Fluss - Avenida und laufen über eine Fußgängerbrücke erst einmal zur Marina.

 

 

Marina von Lagos

 

Wir lassen uns bei einem Kaffee den Weg ins Zentrum erklären und machen uns neugierig auf den Weg.  Die Promenade hat was! Sie ist zur Straße hin gesäumt mit Palmen und bei der Pflasterung wurden - ich vermute Dank EU - keine Kosten und Mühen gescheut.

 

 

Was für eine außergewöhnlich schöne Werbung für Lagos!

 

 

 

Es wird kaum eine auf unserem Weg liegende Markthalle geben, in die wir nicht einen Blick geworfen hätten! An diesem Stand wird frischer Fisch angeboten.

 

Diese, einem Raumfahrer nachempfundene Figur, stellt König Sebastiao dar, der im 16. Jahrhundert mit 1800 Soldaten nach Afrika aufgebrochen ist, von denen nur 60 zurückkehrten. Der König selbst blieb verschollen. Das Putzwunderliche  ist, dass er trotz dieser grandiosen Niederlage bei den Portugiesen so beliebt ist, dass sie noch heute auf seine Rückkehr warten!

 

Auf unserem Weg auf und ab durch die Straßen und Gassen, haben wir schöne Geschäfte, Plätze und Restaurants entdeckt.

 

 

Ein exotischer Blumengruß zur Weihnachtszeit!

 

 

und nichts und niemand ohne Maske!

 

 

Als wir hier vorbei spazieren, sind wir schon glückliche Besitzer eines zweiten Regenschirms. Seht ihr die Orangen auf den Bäumen?

 

 

Es gibt jemand, der ihnen kaum widerstehen kann!

 

 

Gar nicht weit von hier, stoßen wir auf einen Englischen Pub mit dem schönen Namen "Only Fools and Horses." Wir lieben beide die gleichnamige, uralte, englische Kultsererie. Dass wir den Pub nicht links liegen lassen, ist doch klar. Jeff unternimmt etwas gegen zukünftiges Heimweh und bestellt Fish and Chips.

 

 

Wir stehen am Denkmal Heinrich, des Seefahrers, der von Lagos aus seine Flotten aussandte.

In Wirklichkeit war er kein Seefahrer, sondern Wissenschaftler. Mathematik und Astrologie waren seine Hauptinteressengebiete. Von den Arabern lernte er nach  Sternen und Sonne den Standort seiner Schiffe zu berechnen. Damit war es seinen Kapitänen möglich zu navigieren, also auch den Heimathafen wiederzufinden.

Er dehnte das Reich aus über Madeira bis zu den Azoren.

Im Meer vor Lagos müssen etliche Seeschlachten stattgefunden haben. Aber er ließ nicht nur zu Wasser kämpfen, sondern eroberte auch Ceuta, eine Stadt in Nordafrika. Damit hatte er dem "Welthandel", der sich zu der Zeit im Mittelmeerraum abspielte, einen großen Dienst erwiesen, in dem er die arabischen Piraten in ihre Schranken wies.

 

Wer war Heinrich der Seefahrer? Er wurde 1394 geboren, als der drittältester Sohn des Königs Joao und seiner aus Lancaster stammenden Frau. Heinrich wurde, auf Wunsch der Mutter, englisch erzogen. Hier in Portugal ist er bekannt als Infante  Henrique, also Prinz Heinrich. Auch wenn er nie die Chance hatte König zu werden, ist er kein armer Mann gewesen. An jeder Ware, die die Schiffe aus aller Welt mitbrachten, hat er auf die eine oder andere Weise verdient.

 

Den größten Ruhm hat er sicher erlangt durch die vielen klugen Köpfe, wie Mathematiker und Astronomen, die an seinem Hof vielversprechende Seeleute ausbildeten. Das kleine Land Portugal hat damals Besitztümer und Handelssitze in aller Welt erobert, wie z.B. Goa in Indien, Goldküste in Westafrika und nicht zu vergessen, das riesige Land Brasilien.

 

Ich könnte die Reihe fortsetzen, will aber jetzt weiter durch Lagos bummeln. Nur das noch schnell: Der erste Sklavenmarkt in Europa fand 1444 genau an dieser Stelle statt. Da wird auch die Verbindung der zwei Städte mit dem gleichen Namen ihren Ursprung haben: Lagos in Portugal und Lagos in Nigeria.

 

 

Leider können wir uns die Kirche nicht von innen anschauen. Sie soll eine der Prächtigsten von ganz Portugal sein.

 

 

Kleine Festung an der Hafeneinfahrt, genannt Forte Ponta da  Bandeira

 

 

Die kleine Kapelle der Festung, wunderschön ausgekleidet mt blauweißen Azulejos.

 

 

Ja, Jeff ist dort nicht eingezogen, auch wenn es aussieht, als käme er gerade aus seinem Haus!

 

 

Von der Festung aus ist die Stadtmauer besonders gut zu sehen

 

 

Wetten, dass sie jeden Preis als schönste Dattelpalme an dieser Avenida gewinnen würde?

 

 

 

Nach einem letzten Gang durch Lagos - ich hatte vergessen Aquarellpapier zu kaufen - geht es zurück zur Brücke und damuit zu unserem Auto.

Übrigens, es hat uns so gut gefallen und wir haben sehr vieles noch nicht gesehen, dass wir demnächst wiederkommen werden.

 

Durch Wasser und Matsche - Pampe

Was für ein Tag! Die Sonne scheint und es zieht uns ans Meer. Um dorthin zu gelangen, folgen wir Karls Geheimtipp, dem Weg durch die Wiesen.

 

Wiesen und Wasser. Natürlich gibt es einen Pfad, der uns den Weg weist. Zu nutzen ist er selten, ansonsten würden wir so manches Mal in der Mödge stecken bleiben.

In der Ferne sieht man das Städtchen Alcantariha mit dem Supermarkt,  in dem wir meistens einkaufen.

 

An diesem Gewässer suchen wir längere Zeit vergebens nach einem Überweg. Kein Wunder, es hat in den letzten Tagen oft ausgiebig geregnet. Aber wir entdecken im Wasser einen alten Autoreifen. Es sieht aus, als hätte er schon unseren Vorgängern gute Dienste geleistet. Leider klappt es nicht ganz!  Mit einem Fuß gehe ich -mitsamt Gummireifen - unter. Macht nichts, es ist nur im ersten Moment unangenehm. Ich trage heute wieder meine gelben Schnürstiefel zur Shorts und sehe darin aus, wie eine excentrische Amerikanerin - sagt Karl!

 

An der leichten Erhebung müssen wir vorbei laufen. Da wird es trocken sein!

 

 

 

und Jetzt?

 

 

Juchhu, eine Brücke!

 

 

Dass Herbst ist, kannst du nur an den vertrockneten Disteln erkennen. Das Gras ist grün wie im Frühjahr. Demnächst wird der Ginster beginnen zu blühen.

 

 

Dank der Technik kann ich Armacao de Pera und Schafherde zusammen bringen!

 

 

Das Meer ist in Sicht.

Hier, auf der Anhöhe, hat bis vor Jahren ein Gehöft gestanden.

 

 

Jetzt steht in der Küche ein Baum.

 

 

 

Etwas später kommen wir an einem zweiten verlassenen Gehöft vorbei. Mir gefällt der Spruch. Vielleicht werde ich in

einigen Jahren beim Betrachten des Fotos überrascht sagen: "Stimmt ja, damals gab es weltweit Corona!"

 

 

 

Nur noch über die Düne, und schon sind wir am Meer.

 

Sonne und Wolken wechseln sich ab. Wir sitzen am Strand und essen unsere Äpfel. Beim Weitergehen treffen wir auf den Holzsteg, der vom Parkplatz aus über die Düne führt. Hurra, hier steht ein Strandcafe mit Toilette, Bier und Chips!

Danach finden wir einen kürzeren und trockeneren Heimweg. 

Nach vier wunderschönen Stunden erreichen wir dreckig und zufrieden unser Tiny Haus.