Bombay? Nein, Mumbai!

Die Stadt hat eine sehr lange Geschichte. Ich steige im Jahr 1534 ein. Da überlassen die muslimischen Sultane von Gujarat das Gebiet den Portugiesen.

Ihnen hat die Millionenstadt den ursprünglichen Namen zu verdanken. Sie nennen die Siedlung auf sieben Inseln Bom Bahai. Daraus wird später Bombay.

Schon 1661 kommen die Inseln unter englische Regentschaft. Nicht durch Krieg, sondern als Mitgift der Katharina von Braganza, die Karl II. von England heiratet. Die englische Regierung verpachtet das Land für Kleingeld an die Ostindische Kompanie.

Bombay entwickelt sich in der Zukunft rasant zu einem Gewinn bringenden Handelshafen.

Durch Landgewinnungsprozesse entsteht eine große Insel, die den Lebensraum für jetzt mehr als zwanzig Millionen Menschen bietet.

Zu kolonialer Blüte entwickelt sich die Stadt, nachdem die Festungsmauern 1864  nieder gerissen werden. Jetzt entstehen pompöse Gebäude, die uns heute noch staunen lassen. Dazu gehört unter anderem der Bahnhof Victoria Terminus, der jetzt Chhatrapati Shivaji Terminus, kurz CST heißt.

Wer will es den Indern verdenken, dass sie sich nach dem Abschied von der englischen Kolonialherrschaft auch von Städtenamen trennen, die nicht  ihre eigene Geschichte wiederspiegeln? So erhält Bombay im Jahr 1996 einen neuen Namen. Mumbai.  Der Name ist abgeleitet von der Göttin Mumba, die zu Urzeiten von  Fischern auf den sieben  Inseln  verehrt wurde.

So schließt sich der Kreis und wir können einen gewaltigen Sprung in die Gegenwart tun.

 

Jeff graut es vor Mumbai. Er hat vor vielen Jahren eine seiner Indien Reisen hier beendet und schlimme Erfahrungungen sowohl  mit aufdringlichen Taxifahrern als mit überteuerten Hotels in heruntergekommener Umgebung gemacht. Ich habe ihm vor Antritt unserer gemeinsamen Reise versprochen, weder Delhi noch Mumbai ansehen zu wollen. Und jetzt sind wir doch hier. Aber nur, weil wir für unsere Heimreise  einen Internationalen Flughafen benötigen.

 

Um den zu erreichen, sind wir den ganzen Tag unterwegs.

Mit einem Taxi  geht es von Calangute nach Thivim, einer Bahnstation an der Strecke nach Mumbai. Dann folgt eine 12 stündige Bahnfahrt.

Wir sind nicht die Einzigen auf dem Bahnsteig in Thivim!

Die schwere Diesellok fährt ein - und fährt und fährt, bis sie endlich ihre zahlreichen Wagons an der richtigen Stelle platziert hat.

Die Passagiere haben laut Fahrplan nur zwei Minuten Zeit zum Einsteigen.  Das Wichtigste ist, dass man vorher sein Ticket studiert, den oft wiederholten Lautsprecheransagen lauscht, vielleicht noch den einen oder anderen Fahrgast durch Nachfragen belästigt, auf jeden Fall den Zug an der Stelle besteigt, wo sich der gebuchte Sitz befindet!

Ja, mein lieber Freund, du hast gut lachen, unser Abteil ist leer. Wir machen uns auf den Pritschen lang und können mehr als eine Stunde schlafen. Dann wird es voll, auch in unserem Abteil.

Weil wir die Fensterplätze haben, kommen wir in den Genuss der Ablage und können Skip Bo spielen. Du gewinnst schon wieder!

Die Landschaft fliegt an uns vorbei.

Und wieder geht die Sonne unter.

Der Ausblick von der 5. Etage unseres Hotels mit dem pompösen Namen "Hotel City Palace".

Auf der rechten Seite sind Türmchen und Kuppeln im Hintergrund zu erkennen. Das muss der berühmte Bahnhof sein, der zum Weltkulturerbe gehört.  Und was mag das für eine Kirche sein, die gerade noch auf der linken Seite ins Bild spitzt?

 

Wenn ich mich etwas weiter aus dem Fenster lehne, kann ich die Kirche in ihrer ganzen Pracht bewundern. Das schauen wir uns jetzt alles an.

Du kannst sicher meine Überraschung verstehen, als ich einen Passanten nach dem Namen der Kirche frage, er mich erstaunt ansieht und meint, das ist keine Kirche, das ist der Bahnhof. Und auf meine Frage nach dem Gebäude mit den vielen Kuppeln auf dem Dach, meint er, das sei die Post!

Au weia, da habe ich mich ja gründlich geeirrt.

 

In der Bahnhofshalle: Ein nie versiegender Strom von Reisenden.

Blick in die "Kirche": Es ist die Schalterhalle.

Sogar Jeff hat sich versöhnt mit unserem Aufenthalt in Mumbai. Er macht Fotos von der wohl berühmtesten Fahrkarten Verkaufsstelle der Welt.

Die Fußböden glänzen zu jeder Zeit. Hier ist der Bahnhof das Aushängeschild der Stadt. Das ist noch genauso wie zu der Zeit, als der Prachtbau des Kolonialismus 1887 fertiggestellt wurde.

Und das ist die Post, die ich versehentlich zum Bahnhof ernannt habe.

Wir hätten  uns sehr gerne das Gebäude von innen angeschaut, aber die beiden bewaffneten Polizisten sind noch zäher als ich und wissen das zu verhindern.

Mit einem Taxi lassen wir uns zu einem anderen Wahrzeichen Mumbais bringen, dem Gateway of India.

Das Foto entsteht nachdem wir die strengen Kontrollen hinter uns haben. Seitdem es in den letzten Jahrzehnten aus politischen und  religiösen Gründen immer wieder zu Attentaten und Aufständen gekommen ist, die  Hunderte Leben gekostet haben, befindet sich jetzt an öffentlichen Gebäuden und Sehenswürdigkeiten verstärkte Polizeipräsenz.

Ist das Tor nicht herrlich? Was für eine Steinmetzkunst! Die Öffnungen erinnern mich an mit kostbaren Spitzen geschmückte Fenster.

Das Gate ist 1924 zu Ehren des Englischen Königs, der Mumbai 1911 besucht, gebaut, bzw. fertiggestellt worden.

Es ist ein beliebter Treffpunkt der Inder - natürlich auch der Touristen.

Der Blick auf den kleinen Hafen ist nett. Sicher ist er noch netter wenn es nicht dunstig ist.

Ich hätte gerne einen Ausflug auf die Insel Elephanta gemacht, aber dafür sind wir zu kurz hier. Wir beschließen, eine Tour durch die Stadt zu machen und einigen uns mit einem der zahlreichen Schlepper auf einen annehmbaren Preis.

Aber vorher lade ich Jeff ins Hotel Taj Mahal Palace ein. Nicht zum Schlafen, nur zu einem Kaffee! Dieses prächtige Wahrzeichen der Stadt ist 1903 von dem Industriellen J.N. Tata gebaut worden. Ich lese, dass ihm als "Eingeborenen" das Betreten europäischer Hotels verboten war. Rassismus lässt grüßen.

Im Zentrum der eleganten Lobby steht dieser Tisch, dekoriert  mit kostbaren Silbergefäßen und farbigem Glas.

 

Die Preise für Kaffee und Saft sind mit denen in unserer Heimat zu vergleichen. Ich muß gestehen, dass ich beim Blick auf die Rechnung erschrecke. Soviel hat unsere Unterkunft in Calangute pro Nacht gekostet!

Das Hotel Taj Mahal Palace in seiner ganzen Pracht

 


Gegensätze können kaum größer sein. Eben noch im Luxushotel und jetzt, gar nicht weit entfernt, im Mahalaxmi Dhobi Ghat. Es ist der größte Wäsche-Wasch-Platz in Mumbai. Die Anlage ist mindestens 150 Jahre alt. 1026 gemauerte Waschzuber warten auf Wäsche. Viele Männer finden hier Arbeit und können von ihrem Verdienst ihre im Umfeld des Dhobi Ghat lebenden Familien versorgen. Stolz werden mir die unter einem Dach stehenden uralten Industrie - Waschmaschinen vorgeführt. Selbst Trockner gibt es!

Hier rückt ein sexy Wäscher Jeans zu Leibe. Waschen ist traditionell Männerarbeit.

Unser nächstes Ziel sind die Fischer. Unser Weg dorthin führt uns an dieser Siedlung vorbei. Offiziell ist es ein Slum. Einer von vielen. Hier gibt es alles, nur nicht so perfekt wie in anderen Stadtteilen. Auch ein Slum gibt tausenden von Menschen Sicherheit und Geborgenheit - auf jeden Fall ein Dach über den Kopf.

Hier, in der Fischer Siedlung, werden auch Boote gebaut.

Gut, dass alle 6 Stunden die Flut kommt. Dann können nicht nur die Fischerboote in See stechen, sondern auch ein Teil des Unrats wird weggespült.

Kilomterlang zieht sich die Straße am Meer entlang. Die Sicht ist nicht klar, aber man kann die Skyline von Mumbai erahnen.

Ich lese, dass die Stadtbewohner diese Strecke lieben und zum abendlichen Flanieren nutze. Und nirgendwo sind Sonnenuntergänge dramatischer als über dem Meer.

Wir kommen leider nicht in den Genuss eines abendlichen Bummels am arabischen Meer. Wir haben andere Pläne. Es geht in ein paar Stunden Richtung Flughafen. Mumbai ist die letzte Station.

Wir sind hungrig. Ein kleiner Snack wäre jetzt genau das Richtige. Wir haben Glück und stoßen zwischen zwei Besichtigungsterminen auf einen "Fliegenden Händler".  Ich habe jetzt beim Schreiben noch Erinnerung an diesen leckeren Snack auf meiner Zunge.

Auf die Pappteller kommen 5 Mini Cracker, auf denen je eine Scheibe Pellkartoffel platziert wird. Als nächstes wird der vorbereitete Salat aufgehäuft. Dann wird gewürzt aus zweierlei Flaschen. Zum Schluss werden ganz feine Nudeln über den Teller gestreut.

Unsere Hilflosigkeit bemerkt der Händler glücklicherweise gleich. Er gibt uns zwar kein Besteck, aber zeigt uns, dass wir nur die Cracker ertasten müssen und wenn wir den Teller unters Kinn halten, kann gar nicht viel passieren!

Ein Wasserwerk hat sein Gebäude mit einer Dachterrasse ausgerüstet. Hier haben wir Gelegenheit, die Stadt von einer sehr ansprechenden Seite zu sehen. Wasser, Strand, in der Ferne die Promenade und viel Grün. Die Hochhäuser bilden oben den Abschluß.

Ganz so wie es aussieht, ist es nicht. Der Strand wird nicht genutzt, weil das Wasser in dieser Bucht viel zu schmutzig ist. Kein Wunder, dass wir an den Stränden in Goa so viele Familien aus Mumbai getroffen haben!

Hier statten wir einem Jain Tempel einen Besuch ab. Wer seine Schuhe vor dem Eingang auszieht und seine Schultern bedeckt, ist herzlich eingeladen zu beten, zu schauen, zu lauschen, sich zu sammeln, ja, auch zu fotografieren.

Eine der wichtigsten Regeln des Jainismus ist die Gewaltlosigkeit. Damit wären wir bei Mahatma Gandhi, dem wohl weltweit am meisten verehrten Vertreter von Gewaltlosigkeit.

Unserer letzte Tour Station ist das Haus, in dem Ghandi während seiner zahlreichen Aufenthalte in Mumbai gelebt hat.

Eine Gedenktafel - leider verdeckt durch den Baum - weist auf die Besonderheit des Hauses hin.

Eindrucksvolle Fotos führen uns durch das bewegte Leben des großen Mannes und damit durch einen Teil indischer Vergangenheit.

Ghandi ist es, der 1942 hier in der Stadt seine Quit - India Bewegung startet. Vor meinem inneren Auge tauchen sofort die Fotos der späteren Teilung Indiens auf, die wir vor Wochen im Museum in Amritsa gesehen haben. All die Toten, die Entwurzelten, die Verlorengegangenen, die Verhungerten!

Das Ehepaar Ghandi in jungen Jahren.

Die Fotos führen uns durch sein Leben. Ich lese jedes Wort. So treffe ich auf den Brief, den er  Hitler geschrieben hat.

Als Antwort können wir den Krieg ansehen, der kurz darauf begann.

 

Die Ausstellung beeindruckt mich sehr. Sollte ich es schaffen noch einmal hierher zu reisen, steht dieses Haus mit seinen emotionalen, politischen und gesellschaftlichen Antworten auf meiner Besichtigungswunschliste.

 

 

Die letzte uns verbleibende Stunde verbringen wir in der Nähe unseres Hotels.

In dieser Straße ist erstaunlich wenig Verkehr. Es ist fast ein Marktbetrieb zwischen den geparkten Autos.

Wir schlendern zwischen parkenden Autos, abgestellten Motorrollern und Fahrrädern an den verschiedenen Angeboten vorbei, betrachten die Häuser, die zum Teil noch Reste vergangener Pracht zeigen und kehren das letzte Mal in ein Restaurant mit Bar ein. Das letzte Kingfisher ist fällig - geteilt wie immer. In der Speisekarte entdecke ich " Bombay Duck".  Das ist so etwas wie "Halber Hahn" in Köln.  Nicht ganz natürlich. Der angeblich halbe Hahn ist eine Brötchenhälfte mit Käse und die Bombay Ente ist Fisch! Jeff hat mich vor langer Zeit gefragt, ob ich dieses Gericht kenne. Natürlich nicht. So kann ich ihm jetzt mit meiner Entdeckung eine große Freude machen. Wer hätte gedacht, dass wir zom Abschied von Indien drei fette Fische vorgesetzt bekämen??

Bombay Duck mit Kingfisher Bier. Dann mal PROST

Was noch bleibt ist der Abschied. Abschied auf der ganzen Linie: von Mumbai, das ich sehr gern näher kennengelernt hätte.

Von Indien, diesem vielschichtigen Land mit reizvollen Landschaften, viel zu lautem Verkehr, unglaublichen Kunstwerken, heiligen Kühen, die wie jede nicht heilige Kuh die Straßen zuscheißen,  den heiß gewürzten Gerichten, Straßenhunden - in großen Städten friedlich schlafend, den bunten Märkten, den wahnsinns Zügen, den fantastischen Stränden

und vor allen Dingen von den freundlichen und immer wieder hilfsbereiten  Indern.

 

Der letzte Abschied am Flughafen fällt mir besonders schwer. Wir sind ein Vierteljahr zusammen gereist, haben das meiste gemeinsam erlebt, zusammen gelacht, gespielt, gewonnen und verloren. Und jetzt ist das vorbei. Oder?

Diese Reise ist beendet, aber der nächste Winter kommt und dann reisen wir wieder. Zusammen.

Am Meer bei Calangute

Calangute ist nur einen Katzensprung von Panjim entfernt. Hier steppt der Bär! Das nördliche Goa unterscheidet sich sehr vom Süden. Hier ist Action angesagt - bei Tag und bei Nacht.

 

Wir beobachten leuchtend bunte Fallschirme mehr oder weniger weit draußen über dem Meer. Wir zählen zehn, an denen je ein Passagier hängt. Sie werden von Booten durch das kabbelige Wasser gezogen.

Wenn es in der Woche voll ist an Strand, auf Straßen und in Bars, ist das nichts im Vergleich zu dem Auftrieb, den wir am Wochenende erleben. Indische Familien mit kleinen Kindern und unzählige Gruppen junger Männer oder solcher, die sich noch für jung halten, bevölkern die Stadt oder tummeln sich in den Fluten. Die Wenigsten von ihnen können schwimmen. So toben sie wie glückliche Kinder im Wasser.

Die Brandungswellen sind hoch und stark.  Diejenigen, die ausgiebig gefeiert haben, halten sich glücklicherweise mehr am Saum des Wassers auf. Wenn eine Welle kommt, wirbeln sie ein paar Runden um ihren Körper und können ihren Kopf schnell wieder heben, ehe sie zurück zu ihrer Liege tappen.

Pamela und ihre Kollegen wären völlig überfordert. Darum sind die indischen Lebensretter mit Vierradantrieb unterwegs.  Sie brausen mit ihrem Gefährt in Wassernähe über den Strand und geben ihre Anordnungen per Lautsprecher bekannt. Ich möchte nicht in ihrer Haut stecken!

 

Ein Tag am Meer

Mit vereinten Kräften wird ein Boot ins Wasser gezogen und geschoben.

Wir können nie genug bekommen und verlassen alle paar Minuten Liege und Sonnenschutz, um uns abzukühlen und von den langen, sanften Wellen wiegen zu lassen. Erst gegen Mittag wird das Wasser kabbelig.

Keine Panik auf der Titanic! Ich gehöre nicht zu denen, die mutig genug sind, um sich durch Wasserdruck in diese Höhe katapultieren zu lassen. Ich genieße das Schauspiel!

Ein Sonntag am Meer!  Eine große Freude für viele Inder, die mit ihren Familien von weit her anreisen. Wer könnte das besser verstehen als wir, die wir sogar vom fernen Europa einfliegen, um Sonne, Meer, exotisches Essen, die Gespräche mit vielen spontanen Bekanntschaften zu genießen - um nur einige Aspekte der Urlaubsfreude zu nennen!

Gestern sind wir mit dem Bus nach Candolim gefahren - ein Katzensprung. Jeff will noch einmal versuchen, die Unterkunft wieder zu finden, in der er mit seinem Sohn Lee und einem Freund vor 25 Jahren gewohnt hat. Wer hätte das gedacht, wir finden sie und  machen Fotos für Lee. Während wir ein kaltes Bier genießen, werden wir über den Zaun von einem Paar angesprochen, das wir vor Wochen in Palolem kennengelernt haben. Welche Freude!

Später, auf dem Rückweg über den Strand, treffen wir zwei Bekanntschaften vom Abend vorher. "Wie habt ihr uns von Ferne erkannt?"  Die Antwort ist ein Lachen. "Your hair is not to be missed!"

Panjim, die kleinste Hauptstadt Indiens

Kein Wunder, ist doch Goa auch der kleinste Bundesstaat Indiens. Bei der Bekanntheit sieht es schon anders aus. Goa und seine Strände! Und weil das so ist, folgen Ströme von Touristen aus aller Welt dem Ruf.

 

Wir sind bislang im südlichen Teil Goas unterwegs gewesen. Benaulim, Agonda, Palolem und Patnem gehören zu den Orten, die wir angeschaut haben.

Jetzt sind wir neugierig auf Panjim, das wir nach einer kurzen Busfahrt, mit einmal umsteigen in Margao, erreichen.

Der letzte Teil der Strecke führt an einer Großbaustelle entlang. Eine neue Hochstraße wird gebaut. Ein beeindruckendes Projekt! Alles besteht aus vorgefertigten Betonteilen. Am mittleren Teil pinseln die Maler schon an den viele Meter hohen Stelzen der noch nicht vorhandenen Straße!

Wenn sie in ein paar Jahren fertig gestellt sein wird, paßt sie wunderbar zu der fantastischen Brücke, die in Panjim über den Fluß Mandovi führt.

 In Wirklichkeit sind es drei Brücken. Die erste Brücke wird 1971 eröffnet und die zweite 1998.

Im Juli 1986 bricht die erste Brücke zusammen und muss zu einem großen Teil zurückgebaut und verstärkt werden.

Der Verkehr hat so zugenommen, nicht zuletzt durch steigenden Tourismus, dass eine dritte Brücke für den Schwerlastverkehr erforderlich wird.

Die Pylonen der Brücke haben eine Höhe von 70m. Die vier neuen Straßen liegen 15m höher als die früher gebauten.

Die Eröffnung ist im Februar 2019.

Brücken aus einer anderen Perspektive

Beeindruckende Bauwerke erwecken immer schon mein besonderes Interesse.

 

Nachdem wir das Bauwerk unterfahren haben, kommen wir schon bald am Busbahnhof an.

Unser klappriger Bus reiht sich ein in eine Reihe anderer klappriger Busse. Wir sind froh, dass wir aussteigen können. Denn der breite Zweier - Sitz, den ich fast triumphierend erobert habe, stellt sich schon bald als Dreier - Sitz heraus. Meine Idee, Indiens Buseinkäufer hätten festgestellt, dass die Touristen sehr viel ausladender sind als ihre eigene Bevölkerung, ist leider falsch. Jeff weist mich  lachend auf drei Haltegriffe hin. Und es dauert auch nicht lange bis sich noch jemand neben uns setzt. Glücklicherweise ist es  ein Inder.

Wir finden nach längerem Suchen eine Unterkunft im Haus einer echten Goanischen Familie.

Goa war bis Anfang der 50ger Portugiesisch. Eine fast kampffreie Übernahme durch das indische Militär hat diese Jahrhunderte andauernde Herrschaft beendet.

Unsere Gastgeber berichten, dass nur noch die alten Leute wie sie Portugiesisch sprechen können.

Der Katholische Glaube ist nach wie vor stark verankert. Außerdem ist Goa der einzige Staat in Indien, in dem Rindfleisch verzehrt wird.

Erstaunt nehme ich die vielen Geschäfte, in denen Alkohol angeboten wird, zur Kenntnis. Auffallend sind auch die unzähligen Ateliers, in denen man die Haut mit Bildern aller Art versehen lassen kann. Bestechend!

Was mich noch mehr überrascht ist das Casino Geschäft! Das scheint die größte Einnahmequelle der Stadt zu sein. Nicht nur zu Land, sondern ganz besonders auf dem Manrovi dümpeln die Casino Schiffe und warten auf den Andrang der Kunden. Riesige Werbetafeln unterstützen sie dabei.

 

Mit all diesen  Lastern haben wir nichts zu tun. Wir bewohnen für ein paar Tage zwei Gästezimmer und können auch die Dachterrasse benutzen. Sogar WiFi funktioniert einwandfrei! Wenn wir nicht gerade einen Ausflug machen oder durch unseren historischen Stadtteil stromern, haben  wir auf dem Bett unsere eigene Spielhölle:  Skip Bo läßt keine Langeweile aufkommen. Seit Monaten trainiere ich zu verlieren ohne verdrießlich zu werden. Gar nicht immer einfach.

Panjims wunderschöne Kathedrale, zu der viele Treppen hinauf führen.

 

Am Sonntagmorgen nimmt der portugiesische Präsident hier an einem Gottesdienst teil. Unser Vermieter informiert uns über das bevorstehende Ereignis und wir sind ebenfalls vor Ort.

Vor der Kirche springen kleine Mädchen in weißen Brautkleidern mit kurzem Schleier herum. Jeff meint, eine Hochzeit fände statt. Ich, als Fast - Expertin - immerhin habe ich eine katholische Mutter, kann ihn informieren. Die Mädchen gehen zur ersten heiligen Kommunion und der vermeintliche Zauberstab ist eine reich verzierte Kerze. Damit ich ihn richtig beeindrucke, erzähle ich ihm noch schnell Oma Gertas Lieblingswitz über die weißen Engelchen. Dabei ist es nicht ganz einfach einen kölschen Witz ins Englische zu übertragen!!

Ich wollte immer schon mal wissen, wo der Pfeffer wächst. Also machen wir einen Ausflug nach Ponda. Hier gibt es sogar drei Gewürz Farmen. Wir sind begeistert von der Farm, die unser Tuk Tuk Fahrer ansteuert. Alles ist wunderbar organisiert. Wir werden von einer Englisch sprechenden jungen Frau geführt, die uns alle Fragen beantwortet. Und tatsächlich haben wir Pfeffer gesehen und nicht nur den, sondern auch Muskatnüsse, Vanilleschoten und die bei Indern beliebten Nüsse, die ihren Speichel und Mund rot färben und milde gesagt, eine anregende Wirkung beim Kauen erzeugen.

Sie hat uns gezeigt wie der in Goa erzeugte Feni hergestellt wird. Später im Restaurant gibt es eine Kostprobe.

Kakaofrüchte wachsen direkt am harten Holz.

Zimtstangen werden vom Stamm geschält und getrocknet. Der Duft ist umwerfend.

Die grünen Böhnchen werden sich zu Vanilleschoten entwickeln und nach dem Trocknen sehr kostbar sein.

Die Frucht, die uns die junge Frau zeigt, werden die wenigsten kennen, aber die Nuss, die eigentlich ein Kern ist, jede und jeder: Die Cashew Nuss befindet sich  ausserhalb der Frucht. Die Portugiesen haben den wertvollen Baum schon vor Jahrhunderten in ihren tropischen Besitzungen angesiedelt. Ursprünglich ist seine Heimat Brasilien. 

Der Cashew Apfel ist die Frucht, aus dem der hier bekannte Feni destilliert und gebrannt wird. Wir bekommen vor dem Lunch ein Gläschen angeboten. Da die Geschmäcker unterschiedlich sind, kann Jeff sich freuen.

Bei der Begrüßungszeremonie in der Spice Farm werden wir alle mit einem Punkt auf der Stirn geschmückt und  unser Kopf mit Blütenblättern bestreut. Ich behalte meine Dekoration bis wir wieder in Panjim sind. Wer weiß, ob ich noch einmal die Gelegenheit habe, eine (Fast)Inderin zu sein - höchstens ein Red Indian!

Kurze Reiseunterbrechung in Benaulim

Wir sind schon seit gestern Mittag wieder hier und werden noch zwei oder drei Nächte bleiben. Dann geht es weiter Richtung Norden. Es gibt in Goa noch so viel mehr als Strände zu sehen!

Und weil das so ist, haben wir uns gleich nach dem Frühstück auf den Weg gemacht.

Die erste Station ist der Busbahnhof von Magao. Nache dem Umsteigen geht die Reise weiter nach Chandor. In diesem Ort soll es ein altes Herrenhaus  geben, dass aus den Glanzzeiten der Portugiesen stammt.

Unser Busfahrer liebt sein Horn! Er betätigt es nicht nur bei unübersichtlichen Kurven, sondern scheint auch Nachrichten mit seiner Hupe zu übermitteln wie die Seefahrer mit SOS. Ob er wohl Verwandte grüßt, oder Freundinnen: Huhu, hier bin ich wieder!?

Der Busschaffner lässt uns an einer Kreuzung aussteigen und weist aufmunternd in eine Richtung.

Schade, dass es mittlerweile wieder mehr als mollig geworden ist. Ich fische den schattenspendenden Sonnenhut aus dem Rucksack und ziehe ihn mir über den Kopf, sodass er selbst einer stärkeren Böe standhalten würde.

Nach einem Marsch, der sicher kürzer ist, als ich vermute, kommen wir an einer Kreuzung an. Auf unserer Seite lädt  eine weiße Kirche dazu ein, sich in ihrer Kühle zu erholen. Das passt. Zu danken habe ich immer, und mir ist egal in welchem Gotteshaus ich ich das tue.

An der gegenüber liegenden  Seite der Kreuzung finden wir das gesuchte Herrenhaus.

Wir sind kaum eingeschwenkt auf den Weg, der zum Eingang führt, als auch schon ein junger Mann in der Tür steht und uns freudig begrüßt. Wir folgen ihm in die erste Etage, wo sich die Prunkgemächer befinden, die man Fremden zeigen kann.

Kaum hat die Führung begonnen, kommt schon der nächste Trupp. Ich folge Jeff, der zu einem Schnelldurchgang unterwegs ist, bis unser Guide die Führung fortsetzt. Glücklicherweise beginnt er nicht bei jedem neuen Gast von vorne, sondern scheint nur mir zu erzählen, wer sich auf welchem Foto an der Wand befindet. Ich freue mich, dass er meine Aufmerksamkeit spürt.

In einer offenen Tür sitzt eine alte Dame. Ich begrüße sie und bedanke mich dafür, dass wir ihr Haus anschauen dürfen.

Raum schließt sich an Raum. Galerie, Speiseraum, Ballsaal, alles befindet sich hier oben.

Kein Wunder, dass die Familie vor etwa 30 Jahren ihr Heim zum Besichtigen geöffnet hat. Wer kann die Kosten für einen mehr als dreihundert Jahre alten Kasten aufbringen, dessen Unterhaltung sicher mit einem Fass ohne Boden zu vergleichen ist.

Dieser früher mit Kerosin betriebene Kühlschrank stammt aus den 40gern.

Eine eigene Kapelle gehört ebenfalls zur Grundausstattung. Ich muss doch schmunzeln, als ich die Geschichte des abgeschnittenen Fingernagels vom heiligen Francis Xavier höre, der sich hier hinter Glas befindet.  Wahrscheinlich gilt er als Reliquie und war das Geschenk einer hochgestellten Persönlichkeit aus den Reihen der katholischen Kirche.

Am Ende der Führung bedanken wir uns herzlich und ich frage sehr laut nach der Spendenbox. Die anderen Besucher sollen sich nicht ohne zu zahlen vom Acker machen! Unser Gastgeber ist hocherfreut und wir verabschieden uns wie alte Freunde.

Hinzufügen möchte ich noch, dass ich sehr froh und dankbar bin, dass meine Vorfahren mich nicht mit so einem Erbe belastet haben. Ich hätte viele andere Dinge versucht, ehe ich mein Haus für jeden Piesepampel geöffnet hätte.


Das Beste zum Schluss

Und was kann das Beste für eine Nordenhamer Wasserratte sein? Eine Bootsfahrt. Und wenn es kein Ruderboot ist, dann wenigstens ein Kajak.

Den ersten Ausflug, den ich allein gemacht habe, vergessen wir jetzt einmal. Es geht um die nächsten drei.

Mein Freund Jeff sträubst sich mit Haut und Haar in ein Kajak zu steigen. Er hat ganz schlechte Erfahrungen gemacht. Noch einmal will er nicht U-Boot spielen!

Nach seiner Schilderung der Geschehnisse - vor fast 100 Jahren - kann ich ihn gleich beruhigen. "Du hattest das falsche Boot gekauft! Das war mit Sicherheit eins, um im Wildwasser zu fahren. Es soll wendig und schnell sein und muss sich auch rollen können.  Das ist fast Kunst und muss trainiert werden. Das ist kein Boot für Laien, nach dem Motto " Kaufen - Reinsetzen - Losfahren".

Der Worte fallen viele bis er verspricht, "Morgen komme ich mit".

Und was für einen Spaß wir haben! Es ist viel schöner zu zweit unterwegs zu sein!

Kaum hat mein Besatzungsmitglied Blut geleckt, kann das angesteuerte Ziel gar nicht weit genug entfernt sein. Wir "kreuzen",  durch die Bucht, fahren in den mit Mangroven bestandenen Fluß, sehen Affen zu, die flink von Ast zu Ast fliegen, um dann im Sand zu landen. Auch der Adlerfütterung kommen wir nah.

Mein Galeerensklave hat eigentlich die Aufgabe übernommen, sich an einem Pfosten festzuhalten, damit ich einen bewegendes Video von der Adler Fütterung machen kann. Das klappt nicht ganz so gut.

Später, auf dem Rückweg vom Fluss ins Meer, setze ich das Boot aufs Trockene. Nee, nee, das ist nur indirekt meine Schuld. Ich hätte bedenken müssen, dass das Wasser schneller ist als wir. In unserem Fall schneller weg ist, als wir paddeln können. In der Flussmündung liegt eine große Sandbank. Und wir liegen fest auf ihr.

Macht doch gar nichts. Ich steige aus und ziehe das Boot. Leider klappt das mit dem Ziehen erst, nachdem Jeff auch das Kajak verlässt.

Kaum sind wir im tieferen Wasser, geht unsere Reise weiter. Schade, dass eine Stunde viel zu schnell vergeht!

Heute, an unserem letzten Tag in Palolem, schwingen wir uns noch einmal in unser Kajak. Die Fotoausrüstung kommt in einen  wasserdichten Beutel. Die See ist etwas bewegter, wunderbar.

In der Bucht liegen zwei Trawler, die wir aus der Nähe sehen wollen.

Schade, dass ich gegen die Sonne fotografiere.

So sind die Mannschaften schlecht zu erkennen.

Unser heutiger Abstecher in den Fluss ist von Erfolg gekrönt. Das Wasser ist erst kurz vor dem Ablaufen. Und wieder sehen wir der Fütterung der Adler zu.

Zum letzten mal auf dem Fluss unterwegs.

Dann schippern wir gemütlich aufs Meer hinaus.

Jetzt beginnt die Suche nach den am Strand liegenden Kajaks.  Wo, um alles in der Welt, ist die Stelle, die wir anpeilen müssen, um  senkrecht auf den Strand zu zufahren?

Geht doch! Eine Welle trägt uns die letzten Meter. Leider passe ich nicht auf und das Kajak liegt ruck zuck in Wellenrichtung. Aber gar nicht lange. Da kommt auch schon die nächste Brandungswelle, wirft unser Kajak um und wir paddeln im Wasser.

Der Bootsvermieter hilft uns bei der "Bergung". Mein Lachen vergeht erst, als mir auffällt, dass meine Brille futsch ist. Aber auch die findet unser Helfer. Gott sei Dank.

Und was meint Jeff? Ja, er wird weiter Kajak fahren. Da bin ich aber froh!

Palolem, ein zauberhaftes Nest in Goa

Das ist Urlaub! Der Strand ist zwei Minuten entfernt, das Wasser angenehm - nicht zu warm und nicht zu kalt. Die Wellen haben für alte Frauen die richtige Stärke: Sie werfen mich nicht um.

Der Strand ist mit ausreichend Muscheln bedeckt. So kommt keine Langeweile auf. Ich sammel gerade Aschenbecher. Sabine, du kannst dich freuen. Das größte Modell, das ich gefunden habe, weiht Jeff gerade mit seinen Zigarren ein.

Zum Frühstück laufen wir am Strand entlang, bis zu einem höher gelegenen Restaurant, das auch Strandhäuschen vermietet.

Etliche Deutsche scheinen hier ihren Lebensabend zu verbringen. Sie spielen  genau wie wir Skip Bo, schwimmen, liegen auf den Strandbetten, unterhalten sich oder wandern am Strand auf und ab. Die gleiche Geschichte könnte ich jetzt von den vielen Engländern oder Russen erzählen. Aber hier tummeln sich nicht nur Alte. Viele Familien mit kleinen Kindern, junge Pärchen oder Alleinreisende sind unterwegs.

Der Ort ist überschaubar. Es gibt eine Hauptstraße von der eine Stichstraße zum Strand abgeht. Ansonsten verbinden zahlreiche Pfade die Strandhäuser mit dem Zentrum.

Kleine Geschäfte säumen die Straße. Angeboten werden, außer Kleidung, Gewürze, Musikinstrumente wie Trommeln aller Art, Kunst aus Messing und natürlich Schmuck.

In den dazwischen oder darüberliegenden Restaurants ist das Angebot groß. Bier, besonders vier Sorten Kingfisher, sind überall zu haben. Wir sind in Goa, wo die meisten Christen mit einer Portugiesischen Abstammung leben. Darum wird auch Fleisch und Fisch angeboten. Wir haben uns so an vegetarische Ernährung gewöhnt, dass es etwas ganz Besonderes ist, wenn wir Fleisch essen. Die Indische Küche schmeckt wunderbar und bekommt mir sehr.

 

Es ist 8h morgens. Wir sind zu einer Bootstour verabredet. Um diese Zeit liegen die meisten Boote auf dem Sand. Hinzufügen kann ich: ... und die meisten Touristen im Bett. Wie auf dem Foto zu sehen, ducken sich die Strandhäuser unter den Palmen.

Das Highlight sollen Delfine sein. Wenn wir keine sehen, bekommen wir sogar unser Fahrgeld zurück! Selbst Jeff, der eigentlich keine Lust hat, schon wieder Delfine zu sehen: ...Kennst du einen, kennst du alle....., gerät in Begeisterung, als der erste auftaucht. Auf meinen Fotos werdet ihr vergebens danach Ausschau halten. Den, den die Kamera erwischt hat, habe ich in den unergründlichen Tiefen des Computers verloren. Und dabei ist mir die Vergrößerung der Schwanzflosse so hervorragend gelungen!!

Der nächste Programmpunkt ist die einsame Bucht mit dem hübschen Namen Honey - Moon - Beach. Nur schade, dass die Honey - Mooner soviel Papier und anderen Unrat liegen gelassen haben!

 

Und weil es mir auf dem glatten Wasser so gut gefällt, miete ich ein Kajak. Glücklicherweise habe ich auf die Mitnahme einer Camera verzichtet: Die erste Brandungswelle sorgt sowohl für die richtige Stimmung an Bord als auch für angenehme Abkühlung.

Ein anderer Ausflug führt uns nach Patnem Beach.

Blick auf Palolem Beach

Hier haben wir schon die Anhöhe erreicht, von der aus wir nur noch aus den zahlreich vorhandenen Pfaden, den Richtigen auswählen  müssen.

Auch in Patnem sind Gewürze in leuchtenden Farben beliebt.

Herzlich Willkommen am Strand von Patnem!

Wir verbringen einen ruhigen Strandnachmittag in Patnem, ehe wir uns - über völlig andere Pfade - auf den Heimweg machen.

 

Ein ganz besonderes Erlebnis ist die Bootstour auf dem Fluss, der am anderen Ende unserer Bucht, ins Meer fließt.

Es geht an Mangrovenwäldern vorbei.

Hier sitzen schon einige, die unser Kommen erwarten!

Als dann unser Bootsführer seinen Eimer mit toten Küken öffnet und die muntere Vogelschar zu einer Mahlzeit einlädt, ist für Stimmung gesorgt - auch bei uns Zuschauern!

Für die kleineren Adler gibt es zerteiltes Futter. Was auch immer er hineinwirft, es ist in Sekundenschnelle im Flug, mit den Krallen, aus dem Wasser gefischt. Sehr beeindruckend.

Ebbe

Und schon wieder geht ein wunderschöner Tag am Meer zur Neige

Kurzer Zwischenstopp in Karvar

Schattenspendende Bäume an breiten Straßen. Wenig Verkehr. Viele Hotels, ein Strand in der Nähe. Ein Marine - Museum und ein Rummelplatz machen das Angebot komplett. Und doch reisen wir, nach zwei Nächten in einem fast fürstlichen Hotel, ab.

Sowohl dem Museum als auch dem Rummelplatz statten wir einen Besuch ab. Der Rummelplatz ist abends eine Freude für Alt und Jung, auch wenn du durch Sand stapfst und es nirgendwo eben ist. Das Riesenrad, das mich schon bei der Anreise angelacht hat, ist out of order. Ein Trupp Männer hockt in seiner Nähe und schweißt - trotz Dunkelheit. Schade.

Das Museum erreichen wir nach einem Umweg. Irgendwie vertausche ich in der Beschreibung des Wegs rechts und links. Macht nichts. Wir finden es trotzdem.

Das liegt ja an Land! Richtig. Es hat viel gekostet, um es durch einen extra dafür gegrabenen Kanal hierher zu bekommen. Die spendenden  Firmen sind alle dankbar aufgeführt.

Am besten hat mir der parkähnliche, sehr gepflegte Garten gefallen. Durch die engen Passagen eines Kriegsschiffs zu wandern, ist nie nach meinem Geschmack gewesen.

Erwähnenswert ist noch ein Marineangestellter, der plötzlich auftaucht und uns eine Fotoserie am Zaun erklärt. Er stellt die Frage aller Fragen. Als er erfährt, dass ich aus Deutschland komme, erzählt er glücklich, sie hätten eine Beach - Reinigungsmaschine, die wunderbar funktioniert. Ob ich mir die anschauen möchte. Aber gerne doch! Als Pazifistin bin ich begeistert von seiner deutschen Maschine! Kässbohrer hat sie hergestellt.

Eine Frage bleibt: Wohin kommt der ganze Müll, den die Maschine zweimal täglich, hinter einem Traktor hängend, zusammensucht???

Gokarna: Meer - Strand - Sonne - Tempel

Und wie kommt man drauf?

Mit der Leiter erklimmt man den hohen Tisch, der sich zwischen den beiden Kamelen befindet und schwingt sich dann ganz gemütlich drauf. By the way, ich habe in den fünf Tagen, in denen wir uns am Strand vergnügen, noch keinen oben sitzen sehen - oder sollte ich es besser schaukeln nennen.

Wer nicht aufs Kamel will, stellt sich einfach auf die Kuh!

Ich liebe dieses Foto: Vier Frauen sitzen nach dem Bad am Strand und bauen selbstvergessen einen Sandtempel.

Gokarna ist eine kleine Stadt mit einigen bekannten Tempeln, in denen man zu Krishna beten kann. Viele, viele Pilger kommen täglich mit großen und kleinen Bussen oder Privatwagen hier an. Ihr erster Weg führt an den Strand. Hier können auch Frauen ihre täglichen Pflichten vergessen und spielen - sowohl im Wasser als im Sand.

Wenn ich eine halbe Stunde dem Saum der Wellen folge, erreiche ich nach einigen Metern durch den viel zu heißen Sand, das Cafe´   Chez Christoff.

Hier, im Schatten einer gepolsterten Schaukel, mit einem Glas Saft zu sitzen, dem stetigen Rauschen des Meeres zu lauschen und dabei zu lesen, ergibt  für mich  die höchste Stufe des Wohlbefindens.

Und ich bleibe solange, bis die liebe Sonne ihren Untergang vorbereitet.

Die meisten Unternehmungen machen wir gemeinsam. Der Pfad endet leider bald und wir müssen uns mühevoll einen Weg suchen. Da wir - wieder einmal - mit Sandalen unterwegs sind, geben wir das Klettern auf. Es ist zu gefährlich für zwei Alte mit nicht angemessenem Schuhwerk!

Das Dach im Vordergrund gehört zu einem Tempel, in dem ich eben noch gebetet habe. Jeder, der angemessen gekleidet ist und seine Schuhe ausgezogen hat ist eingeladen. Die Betenden setzen sich auf den steinernen Boden, am liebsten mit dem Rücken gegen eine Wand und können hier, in der Nähe des von ihnen ausgewählten Heiligtum, in sich gehen.

Vor dem Tempel befindet sich eine Stufenquelle. Stepwells wie sie genannt werden, sind hier üblich. Sie geben den Menschen die Möglichkeit je nach Wasserhöhe nach unten zu steigen, um sich oder ihre Kleidung zu waschen. Dieses Becken ist völlig leer. Es gibt auch gar keine Chance, dass sich Wasser sammeln kann, weil der Strom der Personen, die sich unter dem Quellwasser waschen wollen, nicht abreißt. Und wer sich nicht reinigt, fängt das heilige Wasser  in Flaschen oder Kanistern auf und bringt es auf dem Kopf oder mit einem Gefährt nach Hause.

Das Foto ist technisch frisiert, d.h. ich habe den Inhalt näher heran geholt. So kann ich die Berge besser erkennen - und ihr auch.

 

Unsere letzte Wanderung vor der Weiterreise führt uns zu einem anderen Strand. Es ist immer noch sehr heiß und es fällt mir nicht leicht bergauf zu gehen. Die letzten 300 m geht es erst über Stufen und dann über Stock und Stein hinunter zum Strand.

Während wir erleichtert unten ankommen, sind die drei beim mühevollen Aufstieg. In den Säcken schleppen sie Plastikabfall, meistens Flaschen!

Die Kuh befindet sich hier in Begleitung. Ihr folgen fünf weitere.

Für mich ist erst einmal daddeldu. Ich suche mir ein gemütliches Plätzchen im warmen Sand und laß Jeff das Ende der Welt alleine entdecken!

Der Heimweg - nach den ersten 300 m -  geht schnell. Abwärts ist meine Stärke.

Morgen früh geht es weiter. Wir freuen uns schon, auch wenn es uns sehr gefallen hat am Meer, am Strand, in der Sonne und in der Nähe all der Tempel.

Kollam oder "Eine Flussfahrt, die ist lustig, "

Jetzt haben wir uns eine Luxusunterkunft verdient! Sie heißt "Nanni" und ist ein wunderschönes Hotel, nicht zu weit vom Fähranleger entfernt und ganz nah an der Bahnstation.

Am besten ist das Bad! Ich kann mich schon gar nicht mehr erinnern wie es ist, wenn nach dem Duschen nicht das ganze Bad unter Wasser steht! Aber diese Dusche ist durch eine Glaswand abgeteilt.

Erst wenn du eine Weile aus dem Koffer gelebt hast, ruft die normale Möblierung eines Hotelzimmers mit Schrank, Kommode, Kühlschrank, Wasserkocher für Kaffee- und Tee Zubereitung, eine große Freude hervor.

Schon am zweiten Tag vermissen wir das Wasser und nehmen das Angebot, einen Ausflug mit Bootsfahrt zu machen, freudig an.

Mittags werden wir abgeholt und hoppeln 25 km bis zu einem Fähranleger.

Wer genau schaut sieht, dass es sich um eine Katamaran-Fähre handelt, die längsseits anlegt.

Unser Taxi fährt über eigens hingelegte Rosten. Die Fahrgäste laufen zu Fuß. Es gibt für sie ein kleines, mit blauen Plastikplanen überdachtes Kabuff, das mit Metallstangen als Sitzgelegenheit ausgerüstet ist. Kein Problem, die Überfahrt ist kurz.

Die Fahrt wird fortgesetzt. Über verschiedene Brücken gelangen wir nach Munroe Island. 

An einer Kahnanlegestelle dürfen wir aussteigen und werden freundlich  vom Bootsbesitzer begrüßt. Kaum haben wir auf dem Brett Platz genommen, hat der Kaptain sich schon mit einer langen Bambusstange ausgerüstet und stakt uns durch die Wasserläufe.

Leider singt unser Gondoliere nicht. Wir haben trotzdem Spaß.

Wir können uns sogar sportlich betätigen! Etliche Brücken sind zu unterfahren.

Jeder hat eine andere Technik, um einem Schlag gegen den Kopf zu entgehen.


Gondoliere-Schichtwechsel. Leider kennt der Neue auch kein passendes Lied!

Unter dem Aspekt "Lebenslanges Lernen" gesehen, werden wir nie arm sein. Überall in England und Deutschland gibt es Wasserläufe, die geradezu auf unser neu erworbenes Können warten.

Warum ich nicht singe? Erst mal können vor Lachen! 

Jeff befindet sich kurz vor einer Panikattacke: Das Ufer kommt immer näher! Ich muß die Stange wieder dem Fachmann überlassen.

Die Fahrt wird unterbrochen für eine kurze Pause. An einem Stand am  Straßenrand  gibt es Chai und gebackene Banane.

 

Wir sind bereit für den letzten Teil unseres Ausflugs, den Rückweg nach Kollam.

Die Backwaters

Vorne ist das Meer und hinten die Backwaters. Sie führen  durch Flüsse, Seen und Kanäle. Gebaut wurden sie, um den Reis zu transportieren, der auf großen Feldern hinter den Kanälen wächst. Das System ist so angelegt, dass bei Trockenheit zugewässert werden kann.

Heute wird der Transport anders durchgeführt. Die nicht mehr genutzten Reiskähne werden zu Hausbooten umgebaut und schippern jetzt in großer Zahl auf den Backwaters. Ob der erste, der die geniale Idee hat, damit rechnet, eine so ergiebige  Goldgrube zu öffnen?

 

Wir zwei brauchen kein Hausboot, wir fahren mit der Fähre.  Wasser und Ufer sind das gleiche, aber die Kosten nicht zu vergleichen! Und außerdem wohnen wir bei Allain. Das toppt nicht einmal ein Hausboot!

Der Tuk Tuk Fahrer, der in Fort Kochi angeboten hat, uns statt zum Busbahnhof direkt nach Alleppey zu bringen - und das in 1,5 Stunden statt 4 Stunden mit dem Bus - besorgt uns auch ein Zimmer bei einem seiner "Freunde".

So lernen wir Allain und seine Mutter Giselle kennen. Ihm gehört mit einem indischen Freund zusammen das kleine Hotel, das sie nach und nach erweitern.

 

Vor Kurzem ist Allain in Ruhestand gegangen und betreut jetzt ganzjährig die Geschäfte mit europäischen Kunden. Das scheint sehr gut zu laufen, wir fühlen uns jedenfalls sehr wohl. Frühstück und Dinner nehmen wir gemeinsam mit Allain und seiner Mutter ein. Das Bier für einen Abendtrunk, oder zur Geburtstagsfeier eines meiner Enkel, gibt es auf unserer Veranda.

Zum Meer laufen wir nur ein paar Minuten.

Diese indische Familie hat ganz viel Spass. Zu Anfang wagen sich nur die Kinder ein paar Schritte  ins Wasser. Nach einer halben Stunde sind alle quatschnass, auch die Frauen in ihren Saris werden zu übermütigen Kindern.

Während ich mit Sonnenhut im Sand sitze, geht Jeff trotz der starken Dünung ins Wasser. Die Strömung ist so stark, dass er ganz schnell an der Pier - Ruine landet und sich den Schenkel aufkratzt. Alles nicht so schlimm. 

Hinter mir sitzen, geschützt unter Sonnenschirmen, vier Rettungsschwimmer. Sie haben die Inder im Blick und trillern, sobald einer von ihnen weiter ins Wasser geht. Jeff hat die Erlaubnis. Er kann schwimmen, im Gegensatz zu den Familienmitgliedern.

Nachmittags machen wir mit so einer Fähre einen Ausflug. Es ist uns egal wohin sie fährt, wir wollen nur aufs Wasser.

Der Fähranlieger befindet sich an einem der Kanäle in der Nähe des Zentrums. Vor der Abfahrt trinken wir noch einen Chai und essen in Öl gebackene Bananen. Lecker.

Auf dem Weg aus der Stadt ist schon einiger Bootsverkehr

Unser Kanal führt in einen See. Überall sind Boote unterwegs - und die Wasserpflanzen, für die ich alljährlich viel Geld ausgebe.

Hier kommt eines der großen Hausboote ins Bild. Indische Familien lieben sie!

Unsere Fähre kreuzt von einem Ufer zum anderen um Fahrgäste ein- und aussteigen zu lassen. Der Preis ist, wie bei anderen öffentlichen Verkehrsmitteln, sehr gering.

Nicht nur für Fußgänger ist  diese Brücke geeignet, sondern für alles was zwei oder drei Räder hat. Das schließt auch ein Tuk Tuk ein.

Unser Fährausflug dauert drei Stunden. Ehe der Rückweg angetreten wird, ist eine Pause für die Schiffsbesatzung angesagt und, natürlich, für die Fahrgäste, die wieder zurückfahren. Wir kaufen uns fingerlange, zuckersüße Bananen und trinken Chai. Schon wieder!

Am nächsten Morgen,  heißt es für mich. früh aufstehen. Um sechs Uhr werde ich schon zum Kajaking abgeholt. Es ist noch dunkel und kühl. Wir sind eine Gruppe von sieben Touristen plus Guide.

Und, ich falle nicht beim Besteigen des Boots ins Wasser! Meine noch größere Sorge, wie ich wieder rauskomme, ist auch unbegründet. Ich steige einfach aus!

Es ist das Allerschönste was ich seit langem erlebt habe. Das Wasser ist ruhig. Es wird gerade hell. Kein Boot außer unseren unterwegs - jedenfalls in der ersten halben Stunde.

Wir fahren in enge Kanäle. Es ist Sonntagmorgen. Entweder sehen wir Familienmitglieder beim Zähneputzen, sich einseifen, oder Männer waschen ihre Wäsche oder Frauen waschen Geschirr. Alles passiert vor dem Haus am Kanal, zu dem ein paar Stufen führen. Unten ist ein Betontritt.

Aus Sorge, dass ich ich ins Wasser falle, habe ich keinen Fotoapparat mitgenommen. Sonst hätte ich die beiden Kingfischer fotografiert! Als der Guide mir zuruft: "Kennst du Kingfisher?" Habe ich gleich begeistert geantwortet: " Klar, habe ich gestern erst getrunken!" Er meint aber den echten Kingfisher, mit dem der Bierhersteller Reklame macht. Sie sitzen auf einer Leitung und warten auf ein Opfer, das sie aus dem Kanal schnappen können.

In den beiden letzten Jahren sind kurz vor der Ernte, nach außergewöhnlich starken Regenfällen, die Mauern einiger Kanalbefestigungen gebrochen und die Reisernte verdorben. Heute stehen immer noch einige der Felder unter Wasser. Das ist ein schwerer wirtschaftlicher Schaden für die Reisbauern, die nur einen geringen Ersatz für den Verlust von der Regierung bekommen. Der Klimawandel trifft zuerst diejenigen, die es am wenigsten verkraften können. Der Guide erzählt, dass man sich Unterstützung aus Holland erbeten hat. Die Holländer sind die Fachleute auf dem Gebiet des Wasserbaus. Wenn sie ihre Ingenieure als Berater schicken, ist das für die Menschen in Kerala eine große Hilfe.

Nach drei Stunden Kanu fahren, frühstücken wir zusammen in einem Dorf. Ich komme hier auf meine Kosten, denn  ich liebe indisches Essen. Anschließend werden wir wieder nach Hause gebracht.

Ja, ich habe mich ausgeruht, aber dann sind wir auf den Leuchtturm gestiegen,

und das Treppensteigen hat mich mehr angestrengt als das Paddeln am Vormittag!

Weil Bootfahren uns so viel Spaß macht, fahren wir mit der Fähre in die nächste Stadt. Sie heißt Kollam und ist 80 Kilometer Wasserweg entfernt. Nach 8 Stunden, mit einer Mittags- und einer Teepause an Land, erreichen wir unser Ziel.

Jetzt habe ich auch erst einmal die Nase voll vom Bootfahren!

Die Reise nach Fort Kochi

Kochi ist unser Ziel - aber wie erreichen wir es! Die nächsten Züge sind ausgebucht. Der Reisebüro - Bruder aus dem Clan unseres Zimmervermieters, schlägt vor, den ersten Teil der Reise mit einem Bus zurück zu legen und in  Mangalore in den Zug zu steigen. Was für eine brillante Idee! Und der Bus sei soo bequem, man könne darin schlafen.

Mit  den Tickets in der Tasche machen wir unseren Abschiedsrundgang durch Hampis Gassen. Als Erinnerung kaufe ich eine Klangschale, die ich auf 50,- € herunter handle und bin stolz wie Bolle über mein Schnäppchen. Da hättet ihr Jeff erleben sollen! Er lacht sich schlapp und meint, an der nächsten Ecke hätte ich sie für 20,-€ bekommen können. Aber nicht so schön wie meine. Sie ist aus sieben unterschiedlichen Metallen gefertigt. Und mit Sicherheit ist sogar Gold dabei - bei dem Preis!

Nach einem letzten Chai in unserem " unterm Baum Kochstudio über dem Fluss", machen wir uns mit dem Geraffel zu Fuß auf den staubigen und löchrigen Weg zum Busbahnhof. Einmal müssen wir anfangen zu sparen. Glücklicherweise endet der gute Vorsatz beim Anblick des Pulks, der außer uns nach Hospet fahren möchte. Mit dem Gepäck in den Bus? Vergiss es! Wir nehmen ein Tuk Tuk.

Jeffs eigentlich brillamte Idee, durch Hospets Bars zu streifen und das eine oder andere Bier zu trinken, lässt sich so nicht realisieren. Mit dem Gepäck?!

Mein nächster Hungeranfall macht sich bemerkbar. Wir finden ein passendes Restaurant, das in Türnähe eine große Nische für das Gepäck hat. Jeff geht alleine los, während ich esse und lese.

 

Und dann kommt unser Bus. Welch eine Überraschung:  Eingebaute 

Doppel-Stock-Betten und eine Reihe Einzel-Stock-Betten mit rotem Bezug und blauen Vorhängen. Unsere große Freude hält nicht lange an. Sobald der Bus sich in Bewegung setzt, werden wir zwischen Fuss- und Kopfende sowie Gang und Fensterseite hin und her geschleudert und durchgeschüttelt. An Schlaf ist nicht zu denken! Ein Blick aus dem Fenster erklärt alles: Die Straße ist nicht befestigt.

 

Ich kann mich nicht einmal mehr erinnern, wann ich das letzte mal nachts vier mal auf die Toilette gemußt hätte. Warum gerade heute! Hätten wir im Flieger gesessen, wäre das Verlassen der Sitze während der Turbulenzen verboten gewesen. So kralle ich mich an allem fest und erreiche ohne zu stürzen den Fahrer, beziehungsweise seinen Beifahrer, der für das Wohlergehen der Passagiere zuständig ist.

Meine Frage nach der Toilette wird mit Erstaunen zur Kenntnis genommen. Kurz darauf hält der Bus. Ich bin nicht die Einzige, die erleichtert scheint.  Suchend blicke ich mich um. "Wo ist das Restaurant mit der Toilette?"  Die lakonische Antwort: " Indien Toilet. Go." Eines ist klar, die unnötigen Fragen kann ich mir ab jetzt sparen. Und die Wege, die ich bis zu meiner Erleichterung zurücklege, werden immer kürzer. Indien Toilet kann überall sein.

In Mangalore bringt uns ein Tuk Tuk Fahrer zum Bahnhof. Der Zug ist nicht nur pünktlich sondern erfreulich leer. Wir können uns sogar auf unsere gebuchten Sleepersitze legen. Die Fensterscheiben sind nach oben geschoben und eine angenehme Brise weht durch das Abteil. Draußen fliegt die Landschaft an uns vorbei: Flüsse, Reisfelder, Palmengärten, dann und wann eine Ansiedlung. Das haben wir verdient.

In Ernakulam nehmen wir wieder ein Tuk Tuk, das uns den weiten Weg nach Fort Kochi bringt.

Hier bleiben wir angenehme vier Tage und Nächte. Wir laufen viel, fahren mit einer Autofähre auf die nahe Insel Yveen, wo unsere köstlichen Speisen auf Bananenblättern serviert werden, sehen uns Kirchen,  Tempel und Museen an.

Wenn es draußen heiß ist, liegen wir auf dem Bett und spielen Karten. Zusammegefaßt: Wir führen das beschauliche Leben alter Touristen.

Die berühmten Ruinen von Hampi

Zu Fuß liegen sie viel zu weit auseinander. Darum nehmen wir das Angebot eines der Tuk Tuk Fahrer an und lassen uns fahren.

Er hält überall an, wo es etwas zu bestaunen gibt, und ruht sich nach unserem Abmarsch an einem schattigen Plätzchen aus.

Mit dieser Dame aus Kolkatta unterhalte ich mich eine Weile. Sie erklärt mir die Bedeutung des Gesehenen.

Hampi gehört seit 1986  zum UNSCO - Weltkulturerbe

Keine Panik auf der Titanik. Ich werde nicht jedes meiner wunderbaren Fotos hier einsetzen. Aber bei einigen kann ich nicht widerstehen!

Pavillon der königlichen Damen.

Die fürstlichen Zeiten sind lange vorbei. Die Arbeit der heutigen Damen ist schwer genug, darum bin ich froh, dass diese Frau es sich gemütlich macht und sich beim Jäten setzt.

Das Bad der zwei Königinnen. Und, so meint der Guide, weil es keine Königinnen mehr gibt, wird auch kein Wasser mehr benötigt. Recht hat er.

Diese beiden Wächterinnen haben es sich auf dem ehemaligen Massageplatz gemütlich gemacht. Wir drei haben allerlei Spaß und lassen uns von Jeff als die drei Königinnen fotografieren. Ich steche doch mit meinem Outfit sehr ab und wäre mehr geeignet, für ein Wildwest - Foto zu posieren!

Das meistfotografierte Objekt ist dieser steinerne Wagen innerhalb eines Tempelgeländes. Heerscharen von Touristen sind vor, neben ihm, sitzend, sich anlehnend, kauernd, verewigt worden. Wir auch.

Der Ein- und Ausgang zum Tempelgebiet.

Das Innere der Bauwerke ist mit rotem Backstein gebaut und mit den weissen Blöcken verblendet. Der Zierrat läßt auf großes Können der Handwerker schließen.

Das Ruinen - Teilstück des über 900m langen und 40m breiten Bazaars, erleichtert die Vorstellung, wie hier in diesem Gebiet bis zu 500 000 Menschen gelebt und gehandelt haben können.

Nach diesem anstrengenden Ausflug sind wir froh wieder in der vertrauten Umgebung unseres Lieblings - Restaurants gelandet zu sein! Die Paprikaschoten warten schon auf uns!

Sie sehen aus wie geflochtene Schalen, sind aber Fischerboote. Heute allerdings sind die Fischer - oder deren Angehörige - mehr darauf aus, ein paar Dumme zu finden, die sich für den mehr als stolzen Preis von 500 R, eine halbe Stunde lang über den Fluss schippern lassen.

Da lachen ja die Hühner - sorry - die Affen!

 

Hunderte Affenfamilien leben innerhalb der Steinbrocken. Es findet sich immer jemand, der sie füttert.

Außer den steinernen Zeugen vergangener Jahrhunderte, gibt es auch Lebende, wie diesen Baumriesen.

Der Ausschnitt zeigt: Jetzt ist er ein lebendiges Kunstobjekt. An seinen Luftwurzeln sind die Hinterlassenschaften nachlässiger Mitbürger befestigt worden. Vielleicht gibt er sogar einem Vorbeilaufenden etwas zum Nachdenken?!

Ein paar Schüler aus dieser Gruppe gesellen sich zu uns. Wir unterhalten uns. Die erste Frage ist immer:" Woher kommst du?" Daran schließt sich die Frage nach dem Namen an. Als unsere Unterhaltung ins Stocken gerät, kommt ihr Lehrer zu Hilfe. Wir erfahren, dass sie eine Schulklasse sind, die eine lange Bahnfahrt hinter sich hat, um an dem gerade stattfindenden Festival in Hampi teilnehmen zu können.

Nachdem die Jungen die obligatorische Selfi - Session mit uns beendet haben, bitte ich um ein Foto. Es wird mir gestattet. Gute Heimfahrt, Jungs.

Wenn Indien, dann Hampi!

Sollte das wie eine Liebeserklärung klingen, dann ist es genau richtig!

Ich bin so froh, darüber gelesen und mich von der positiven Beschreibung anstecken  lassen zu haben.

Die Bahnstation liegt in Hospit, einer kleinen Stadt, die durch die Bekanntheit Hampis profitiert.

Mit einer Rikshaw lassen wir uns die 12 km nach Hampi fahren - für fast so viel Geld wie wir für die 8 stündige Bahnfahrt gezahlt haben!

Unser Tuk Tuk hoppelt über staubige Wege, an Ruinen vorbei. Ein hoher Tempel bestimmt das Bild. Kurz vor dem Eingang biegen wir rechts ab und kommen über einen noch engeren Pfad ins Dorf. Vor sich hin dämmernde Hunde, Kühe, die mit gesenktem Haupt durch den warmen Staub spazieren - nicht zu vergessen, ihre Hinterlassenschaften - Frauen, die ihr silberfarbenes Geschirr, am Boden kauernd, reinigen, Männer auf Plastikstühlen, machen uns mit dem Ort bekannt,  in dem wir uns ein paar Tage aufhalten wollen.

 

Das Netz der Gassen ist quadratisch. Wenn nicht vermietet wird, gibt es ein Geschäftchen oder ein Restaurant. Die Menschen sind zurückhaltend freundlich. Kleine Jungs spielen Packen, dass der Staub nur so stiebt.

 

 

Wir benötigen drei Versuche bis wir die richtige Unterkunft finden. Bei der ersten ruft Jeff empört: "I am not going to stay in that dump!" Soo schlimm ist es eigentlich gar nicht.

Der zweite Versuch lässt uns die Bekanntschaft mit dem gierigsten Vermieter machen. Jeff wendet sich nur ab und geht zum Taxi. Die Frau des Hauses versucht durch Minderung des Wucherpreises zu retten, was zu retten ist, aber, no chance.

Der dritte Versuch ist von Erfolg gekrönt. Unser Raum ist nicht pompös, aber zweckmäßig, hell und sauber, WiFi  ist auch dabei.

 Virupaksha Tempel, von einer Dachterrasse aus

Blick über unseren Gartenzaun

Schräg gegenüber hat unser Vermieter ein Reisebüro und einen Buchverleih

 

Selbst wenn der Deckenfan seine Runden dreht, können wir die leise Tempelmusik hören. Die Klänge schwingen zu mir herüber. Sie entspannen und unterstützen das langsame Atmen. Es wird mir nie langweilig zu lauschen.

Hampi Bazaar, wie die Ansiedlung in Tempelnähe heißt, liegt im Landesinnereren des Staates Karnataka.

Reis, Bananen und Zuckerrohr sind die landwirtschaftlichen Produkte.

Ich bezweifle, dass das vor 500 Jahren, zu Hampis Blütezeit, anders ist. Ich lese in einem Büchlein über die Geschichte, dass hier 1336 von einem Fürsten eine neue Hauptstadt gegründet wird, die er Vijayanagara nennt. Sie entwickelt sich in den nächsten Jahrhunderten zum Mittelpunkt  eines der größten Hindu - Reiche  der indischen Geschichte. Hier werden Geschäfte gemacht mit Händlern aus aller Welt. Bis zu  500 000 Menschen sollen in der Stadt gelebt haben!

Und was ist dann passiert? Was für eine Frage! Das, was immer passiert - Krieg, Zerstörung, Plünderung, Elend, Flucht. Im Fall Hampi passiert es im Jahr 1565.

Hippies haben im letzten Jahrhundert Hampis besondere Stimmung für sich entdeckt. Da jeder Traveller auf "Lonly Planet" schwört, führt sein Weg irgendwann nach Hampi!

 

Nur einige hohe Treppen trennen den Ort vom Fluss.

Jeden Morgen pilgern die Einwohner, ausgerüstet mit frischer Wäsche, Seife und Zahnbürste hierher, um ihr Bad zu nehmen.

Wo die Badenden stehen, ist etwa die Furt, über die man am wenigsten nass werdend, das andere Ufer erreicht. Schwierig wird es, wenn Touristen, vorne und hinten bepackt mit Rucksäcken, vom Weg abkommen. Wir haben schon einige Pechvögel bedauert, die nass waren.

Es gibt auch eine Fährverbindung, die für eine trockene Querung garantiert. Die haben wir genommen.

Hier, wo jetzt das Wasser steht, wird Reis gepflanzt werden.

So werden die Felder in Kürze aussehen.

Was für eine Arbeit!

Die Büschel, die im Vordergrund zu sehen sind, werden vereinzelzelt und mit etwas Abstand in den schlammigen Boden gedrückt.

Woher ich das weiß?

Neben dem Feld steht ein Kleinlaster mit dieser "Grasladung"!

Die Steinbrocken laden geradezu ein, auf ihnen herum zu klettern!

Wer dieser Einladung folgen will, muss sich sputen!

Tobi, das wäre doch etwas für dich!

Wer lässt sich schon von so einem Schild vom Weitergehen abhalten. Ich jedenfalls nicht!

Ein paar Brocken weiter müssen wir unser Unternehmen doch abbrechen. Jeffs Sandalen sind ihrem natürlichen Ende sehr nahe, und keiner von uns möchte seine Zeit mit einem gebrochenen Fuß verbringen.

Und darum wird es nie so ein Plakat mit uns geben!

Schade!

Wer gute Augen hat, kann in der Mitte des Fotos, zwischen den Bäumen die Tempelspitze erkennen.

 

Nach einer Wanderung über die Trampelpfade, die sich zwischen den Reisfeldern befinden, kommen wir nach Hampi Island, trinken eine große Flasche Wasser leer und setzen unsere Wanderung fort. Plötzlich erreichen wir das Ende. Vielleicht nicht ganz das Ende der Welt, aber immerhin das Ende des erlaubten Weges!  Macht nichts, der Zaun ist schon von unseren Vorgängern heruntergetreten worden. Aber durch einen Privatgarten laufen? Während ich noch "Hallo" rufe, um dem Besitzern unser Kommen anzuzeigen, meint Jeff: "Elke, make use of the gate!"  Lachend erreichen wir die Straße und wenig später, nach der Flussquerung, Hampi Bazaar.

Die Ghatts von Hampi mit dem fast 50m hohen Virupaksha - Tempel. Er ist 1442 erbaut worden und damit eines der ältesten Gebäude hier.

Die Gläubigen können von Sonnenaufgang bis -untergang zu Virupaksha beten, einer Reinkarnation des Gottes Shiva.

Alle nehmen im Fluss ihr Bad, auch die Tempel - Elefantin Lakshmi mit ihrem Wärter, der sie hier einer gründlichen Morgenreinigung unterzieht.

Es wird niemanden verwundern, dass wir allmorgendlich auf das Spektakel warten. Ich habe noch nie einen Elefanten Treppenstufen steigen sehen!

Wir finden schon bald einen Frühstücksplatz. Die Besitzer des Lokals erwarten uns schon.

Jeff isst heute außer Brot (die zugeklappten Pfannkuchen werden als Brot bezeichnet), mehr oder weniger scharfe Soßen. Sein absolutes Lieblingsgericht sind, mit einem Teigmantel versehene und in Öl ausgebackene, scharfe Paprika. Dazu gibt es Chai, gewürzten indischen Tee mit Milch und Zucker. Den liebe ich!

Sobald Lakshmi sich, an unserem strategisch gut gewählten Frühstücksplatz vorbei, zum Fluß begibt, machen wir uns auch auf den Weg. Das Schauspiel ist etwas für Jung und Alt, egal woher.

Nach dem gründlichen Abschrubben mit einer Wurzelbürste, sind Lakshmi und ihr Wärter gerne bereit, jemanden gegen ein kleines Taschengeld, ganz besonders glücklich zu machen.

Sobald sie das Wasser verlassen, steigt der Wärter von seinem Hochsitz und begleitet die Elefantin zu Fuß die vielen Stufen hinauf.

Und wir können uns nach dem morgendlichen Erlebnis den Aufgaben eines wackeren Touristen hingeben und etwas besichtigen. In diesem Fall sind es die weitläufigen Ruinen der Tempel von Hampi.

Benaulim, ein Sommerparadies in Goa

Das haben wir uns verdient! 10 Tage Urlaub am Meer. Sonne, Wind, Sand, exotische Mahlzeiten, kaltes Duschwasser, kein WiFi.

Eigentlich habe ich alles zusammegefasst. Keine Panik, ich zeige auch ein paar Fotos!

Einer der zahlreichen Strände Goas.

Bekannt in Europa wird Goa in den 60gern, als es von Hippies entdeckt wird. - Ich habe durchaus den Eindruck, dass einige der Typen hier noch herumschlendern!

Erst am 19. Dezember 1961 wird Goa durch die Armee Indien zugefügt. Bis dahin regieren hier die Portugiesen, die 1510 das Bijapur Sultanat besiegen. Seit 1987 ist Goa ein selbstständiger indischer Staat.

Ohne ins Detail gehen zu wollen, berichte ich über einige geschichtliche Fakten. Z.B. kommt die portugiesische Inquisition schon 1546 durch Francis Xavier nach Goa.  Was das für die Menschen hier bedeutet, kann ich mir vorstellen. Die  Andersgläubigen leiden nicht nur körperlich, sondern ihre kulturellen Güter und Tempel werden zerstört. 

1684  wird angeordnet, dass drei Jahre später jeder Portugiesisch zu sprechen hat. Ich lese, dass die Sprache Konkani, deren Gebrauch so lange verboten ist, sodass sie endlich nur von den Armen gesprochen wird, seit 1987 die offizielle Sprache Goas ist.

 


Hier, am Straßenrand, werden die Frauen gleich Fisch salzen und trocknen.

Ein Teil wird vorher ausgenommen. Der Rest wird säuberlich, Reihe für Reihe, auf Folie ausgebreitet. Vier Tage dauert der Vorgang. Dann sind sie trocken und damit haltbar.

Der Verkehr ist in diesem Abschnitt eingeschrenkt, der Geruch, lange vorher und nachher, streng.

Auch in Benaulim geht die Sonne unter.

Das Besondere daran ist, dass es der letzte Sonnenuntergang für dieses Jahr sein wird.

und als das letzte Bier durch die Kehle gelaufen ist, machen wir uns auf den Heimweg.

Sand abwaschen, landfein machen,  in einem Restaurant mit WiFi etwas Besonderes essen  und dann wieder zurück an den Strand, zur Silvester Party.

Eine der zahlreichen Beach Shacks, in denen gefeiert wird. Wir laufen mit unseren Schuhen in der Hand über den harten Sand und genießen das Treiben.  Musik, die vor jedem Shack lauter wird. Kaum  kommen wir dem nächsten Laden näher, wummert uns ein anderer Song entgegen. Das Rauschen des Meeres gibt seinen Takt dazu.

Ich genieße jede Minute. Eine Gruppe tanzt im Sand. Ich mache zu ihrer Freude mit.

Die ersten Raketen platzen am Himmel und lassen uns begeistert "ohh" rufen.

Himmelsleuchten schweben uns entgegen. Wir folgen ihrem Flug bis sie verlöschen. Macht gar nichts, da kommt schon die Nächste.

Andere Strandläufer kommen uns entgegen, ein kurzer Plausch, manchmel ein "Pic", ein freundliches Lachen und schon sind sie in der Dunkelheit verschwunden.

Jeff und ich setzen uns auf den Sand und beobachten das Installieren der leuchtenden Flugkörper. 

Nicht jeder Start gelingt, manchmal fällt die Papierhülle mit dem entzündeten Feuer zu Boden und verbrennt. In Deutschland sind sie wegen Branntgefahr verboten. Bis in Indien alles, was gefährlich ist, verboten wird, wird viel Zeit vergehen.

Jetzt entdecken wir auch den Händler! Unermüdlich zieht er gefaltete Bögen aus seinem Sack, die sich - meistens jedenfalls - nach ein paar Minuten in leuchtende, immer kleiner werdende Punkte am Himmel verwandeln.

Herzlich Willkommen, Neues Jahr!

2020 schreibt sich viel angenehmer als 2019. Das hat bestimmt etwas zu bedeuten.

Alles Gute für uns alle

Eine Woche in Jaipur und Umgebung

Wir sind ständig unterwegs. Mal fahren wir mit einem Tuk Tuk, mal mit einem Bus. Meistens sind wir zu Fuß unterwegs und das über weite Strecken. Abends fallen wir wie tote Fliegen auf´  s Bett.

Unser Hotel liegt in Bahnhofsnähe. Das hat den großen Vorteil, dass jeder Tuk Tuk Fahrer unseren Heimweg findet. Vom Bahnhof aus laufen wir die letzten Meter.

Die bemerkenswerteste Fahrt findet  in einem Tuk Tuk  statt, das für 5 Fahrgäste zugelassen ist, in das aber - den Fahrer eingeschlossen, 16 Personen passen! Der jüngste Passagier ist allerdings erst ein paar Monate alt. Vier Personen quetschen sich alleine in die Gepäckabteilung! Die Fahrt kann ich ein paar Tage nicht vergessen, weil, Dank der Berührung mit nur etwa 5 Quadratzentimetern Sitzfläche, ich so eingequetscht zwischen Nachbarin mit Kind und der Seitenlehne bin, dass es einen blauen Fleck gibt. Aber alles ist besser, als in der einsetzenden Dämmerung laufen zu müssen.

Unser heutiges  Ziel ist dieses hübsche Wasserschloss. Es ist ist eines der Touristenhighlights von Jaipur.

Unzählige Verkaufsstände warten auf Kundschaft. Du hast gerade einem fliegenden Händler erklärt, dass du nichts kaufen möchtest, als auch schon der Nächste vor dir steht. Je nach Stimmung ist auch der Geduldigste irgendwann angefressen.

Dieses Wimmelbild zeigt dem aufmerksamen Betrachter in der Mitte eine weiße Kuh. Sie hat Glück. Marktfrauen versorgen sie mit Grünzeug. Der Verkehr interessiert sie und ihre Artgenossinnen nicht.

Wir sitzen in einem Bus und haben einen besseren Blick auf das Geschehen um uns herum, als von einem Tuk Tuk aus.

Als die Stadt 1727 von Maharadscha Jai Singh gegründet wurde, hat er sicher nicht mit diesem rasanten Anstieg an Bevölkerungs-  und Verkehrsdichte gedacht. In der Beschreibung Jaipurs wird darauf hingewiesen, dass sie zu den neueren Städten gehört. Die rosa Farbe hat sie seit 1876, als der englische Kronprinz Albert Eduard die Stadt besucht. Rosarot ist hier die traditionelle Farbe der Gastlichkeit.

Jaipur ist seit 1956 die Hauptstadt Rajasthans und, wie ich lesen kann, als Stadt des fortschrittlichsten Handels und als Wirtschaftszentrum wohlhabender denn je.

Die Stadt ist an drei Seiten von Gebirge eingeschlossen. Offensichtlich haben sich die Maharadschas in früheren Zeiten bedroht gefühlt, da drei Forts mit kilometerlangen Mauern die Stadt bewachen.

Fort Amber ist das Bekannteste und bei Touristen Beliebteste. Wir fahren mit einem Tuk Tuk hin. Die Preise variieren und um keine unliebsamen Überraschungen zu erleben, werden die Verhandlungen darüber vor Fahrtantritt geführt.

Wo auch immer Touristen erwartet werden, sind die fliegenden Händler schon da!

Amberfort schmiegt sich an den Berg. Bei Regenfällen wird das dringend benötigte Wasser in dem See aufgefangen. Auf der Terrasse, des von Wasser umgebenen Gebäudes, befindet sich ein sehr schöner Garten.

Auf dem über etliche Kehren geführten Weg zum Hauptgebäude, begegnen wir Elefanten. Nach den Nummern zu urteilen, müssen es mehr als hundert sein. Ganze Familien schaukeln in ihrer gepolsterten Sitzkiste nach oben. Das möchte ich auch! Ich habe noch nie auf einem Elefanten gesessen!

Dieser, mit der weihnachtlichen Decke und der farbenfrohen Bemalung, wäre genau der Richtige für mich! Leider befindet er sich auf der Heimreise in sein Elefantenparadies. Dass um 12h Schluss mit Touristentransport ist, erfahren wir erst am nächsten Tag um 12:10h, als wir uns, diesmal mit dem Bus, bis zum Startpunkt des Elefantenritts bringen lassen.

Trotzdem steigen wir unverdrossen über den Elefantenweg bis auf den großen Platz vor den Gebäuden.

Ich habe schon erwähnt, dass  wir unzählige Male gebeten worden sind, ein Foto mit uns machen zu lassen. Diesmal habe ich unter der Bedingung zugestimmt, dass wir auch eines mit den an uns Interessierten machen dürfen. Aber gerne doch! Jetzt könnten wir ganz stolz unsere neuen indischen Freunde vorstellen. Aber wir wollen nicht übertreiben, ausser, dass wir Frohe Weihnachten gewünscht haben, hat es kein Gespräch gegeben. Das schnelle Foto ist den Fragenden genug.

Die nächste Anfrage kommt von einem aus dieser Gruppe. Um uns zu dekorieren, leihe ich für Jeff und mich die Kopfbedeckungen aus. Die Deko macht etwas her! Helau!

Eigentlich soll es ein Foto unserer Mini - Reisegruppe werden, aber ....

Durch dieses Tor verlassen wir Amberfort und schlängeln uns mit vielen anderen Besuchern hinunter zur Straße.

Mein nächstes Ziel ist der "Palast der Winde",  der hier wunderbar, in seiner ganzen Schönheit von einem Terrassencafe´   auf der anderen Strassenseite aus, zu sehen ist.

Das Gebäude ist  - natürlich - von einem Maharadscha in Auftrag gegeben worden. Er gibt den königlichen Damen aus seinem Palast die Möglichkeit, durch ein Fenster dem Treiben auf der Straße zusehen zu können. Was heißt hier ein Fenster! Wenn du dir das Foto genau anschaust, kannst du sie sehen!

Das Palastgelände ist sehr weiläufig. In dem Becken hat es Fontainen gegeben. Es geht höher und höher, über fünf Etagen. Aber jetzt ist schon zu erkennen, dass es sich eigentlich nur um eine imposante Fassade handelt.

Die ist allerdings 87 feet (fast 30m) hoch und hat die Form einer Krone Krishnas - von aussen gesehen, selbstverständlich!

1799 ist der Palast Hawamahal von Maharadscha Sawai Pratap Singh in Auftrag gegeben worden. Ausser der schon erwähnten Fensterfront mit 365 Fenstern, gibt es einen Speisesaal sowie  einen Raum für den Maharadscha.  Sein Palast und dieses Gebäude sind durch eine Passage miteinander verbunden.

Jeff verzichtet auf die Besichtigung. Er ärgert sich über unterschiedliche Preise für Touristen und Einheimische.

Mich interessiert besonders die Bedeutung des Gebäudes. Frauen durften nicht öffentlich in Erscheinung treten, um sich z.B. einen Umzug anzuschauen. In manchen Ländern ist es heute noch nicht viel besser. Das Selbstverständnis eines gleichberechtigten Lebens scheint es in Indien für Frauen immer noch nicht zu geben. Wie sonst erkläre ich mir, dass bei jeder Begegnung nur Jeff angesprochen wird, oder, ein Ober, den ich um die Rechnung bitte, mich übersieht und sie Jeff gibt?

Natürlich interessiert mich auch das Gebäude als solches und ganz besonders der Ausblick von oben!

 

Ganz schwach ist im Hintergrund auf dem Bergrücken ein Gebäude zu entdecken. Dorthin geht unser nächster Ausflug.

Zu Fuß besteigen wir den Berg von der Altstadt  aus.

Es ist wieder ein Fort. Den Namen habe ich leider vergessen.

Um diesen Berg windet sich die Straße, bis wir nach einer dreiviertel Stunde das Tor erreichen.

Der Haufen in der Mitte des Fotos besteht aus Kuhfladen. Sie werden getrocket und zum heizen der Kochstelle verwandt.

Je höher wir kommen, desto mehr Neues entdecken wir. Den See zum Beispiel, haben wir noch nie gesehen.

Und was erwartet uns im Fort?

Du glaubst es nicht! Schon wieder eine Maharadscha Geschichte. Dieses Mal hat er ein Schloss gebaut für sich und neun Kurtisanen, mit denen er sich hier vergnügt hat. Jede hat gleich große Räume, die nett ausgestaltet sind.

Wann das stattgefunden hat? Bis 1922, meine ich mich zu erinnern.

Zur Zeit findet in dem Gemäuer eine Ausstellung nationaler und internationaler Künstler statt. Die merkwürdig anmutenden Gegenstände in dem eingebauten Regal hat keine der Damen hier vergessen!

Das Beste ist auch hier der weite Ausblick über das Häusermeer der Altstadt.

Ehe wir uns an den Abstieg machen, bewundern wir die Verteidigungsanlage des Forts.

Ich freue mich auf den Rückweg.` Runter ging schon immer besser als rauf. Kannst du dich erinnern, Ruth?

Vergangenheit und Zukunft sind in Indien zwei Seiten einer Medaille. Auch in diesem Haushalt wird es ein Mobilfon geben.

Jaipur, die Perle Rajasthans

Keine Frage, auch eine Perle kann kleine Fehler aufweisen, besonders, wenn in ihr über 3 Mio Menschen leben! Es ist staubig, es ist überall drängelig und der Verkehrslärm ist ohrenbetäubend. Trotzdem mag ich diese Stadt. Sie ist überaus lebendig.

In der Altstadt, genannt Pink City, befindet sich unter Schutz bietenden Laubengängen, Geschäft neben Geschäft.

 

Vor einem der vielen Stadttore zur Pink City. Wo immer ein freies Plätzchen zu finden ist, wird Ware angeliefert, ausgebreitet, verkauft.

Wir kommen als erstes durch die Getreideabteilung. Hier werden die unterschiedlichen Sorten in Säcken angeboten.

Das Zeichen, das sehr an ein bekanntes Nazi Symbol erinnert, ist in diesem Fall ein harmloses und sehr verehrtes heiliges Symbol des Hindi Glaubens.

Was er hier anrührt, habe ich nicht verstanden. Aber an der Menge ist leicht abzulesen, dass er auf einen Kundenansturm hofft!

Diese Frauen arbeiten im Straßenbau. Sie setzen die Steine.

Und dazwischen "weidet" eine Kuh mit ihrem Kalb.

Baustellen gibt es mehr als genug. Außer den Kleinen wie hier, wird eine Metro Station an einem der Verkehrsknoten gebaut.

Nicht nur die Bauarbeiter bewegen sich über Stock und Stein, sondern auch wir Fußgänger! Da die Bauarbeiter  Head - Pans verwerten, wird es dauern bis das Rohr verlegt ist.

Eben sind wir noch im Verkehrsgewimmel über die Straße gehetzt und jetzt sind wir an der höchsten verfügbaren Terrasse gelandet, um den Ausblick auf die Altstadt zu genießen. Ein junger Mann hat uns unten angesprochen und im Laufe des Gesprächs angeboten, hier herauf zu steigen. So krabbeln wir enge Stiegen hinauf, um oben angekommen, diesen lustigen Mann zu treffen.

 

Er erzählt, dass er eine Silberschmuck Fabrik mit 180 Mitarbeitern betreibt. Hier? Natürlich hier. Die Jungs machen nur gerade Mittagspause. Aber wenn wir wollen, kann er uns gerne in seinen Verkaufsraum führen. Eigentlich ist er Großhändler, aber für uns macht er später eine Ausnahme und verkauft mir ein kleines Erinnerungsstück zu einem astronomischen Preis. Aber bei einem soo netten Zeitgenossen will ich mal ein paar Augen zudrücken!

Fast hätte ich es vergessen, unser neuer Freund empfiehlt uns die Besichtigung einer Stoff- und Teppich Cooperative, die indische Familien unterstützt.

Immer wieder wird der Stoff mit einem anderen Holz - Block - Stempel bedruckt. Der Handwerker, dem wir eine Weile zuschauen, taucht seinen Block in eine große Schüssel, deren Boden nur mit sehr wenig Natur Farbe bedeckt ist. Konzentriert setzt er Abdruck neben Abdruck. Wenn ich mich richtig erinnere, kann er bis zu sieben unterschiedliche Stempel verwenden, was gleichbedeutend ist mit sieben unterschiedlichen Farben.

Ich frage unseren Führer, wie denn die Naturfarben haltbar gemacht werden. Die Stoffe werden in der Sonne getrocknet und anschließend in Salzwasser gewaschen und wieder in der Sonne getrocknet. Ich kenne den Vorgang unter Verwendung von Essig.

Nachdem wir jetzt Fachleute für Stoffdruck sind, wollen wir uns der Herstellung von Teppichen widmen.

Das prächtige Gebäude, in dem die Cooperative untergebracht ist, war früher von einem Maharadscha bewohnt - angeblich.

Der Mann, der auf der dunklen Stelle des Teppichs steht, wird uns später mit einem kleinen Flammenwerfer zeigen, wie die Teppiche nach dem Knüpfen weiter verarbeitet werden. Die Flammen sorgen dafür, dass kleine Fädchen auf dem Rücken verschwinden und er nicht so leicht verrutscht . Was noch wichtiger ist, sei die Qualitätskontrolle, die mit dem Abkokeln verbunden sei. Hätten die Teppichknüpfer Kunstfasern verwendet, würden diese beim Absengen stinken und schmelzen.

Dieses Muster wird ausgestellt, damit wir uns vorstellen können, wie es bei den armen Schluckern der Cooperative aussieht, deren Familien für Monate mit dem Knüpfen beschäftigt sind.

Laßt euch nicht täuschen durch die Größe des Ausschnitts! Der Teppich ist sicher 3m X 5m groß. Der Mann mit der Schere schnippelt alle hellgrauen Flächen zwischen den weißen Flecken heraus. Als ich auf das Anstrengende dieser Tätigkeit hinweise, meint der Guide, die Schere werde jeden Morgen geschliffen und habe eine sehr arbeitsfreundliche Form. Der Arbeiter habe auf gar keinen Fall Beschwerden bei seiner Tätigkeit!! Den Verband und den Staub der Fusseln,  sowie das ermüdende Hocken auf dem Teppich, wollen wir lieber übersehen. Ach ja, und weil es eine Cooperative ist, verdienen alle gleich.

- Vielleicht der eine oder andere etwas gleicher?!

Dieser fantastische Teppich ist mein Favorit. Ich habe Glück, dass es ihn nur in viel zu groß gibt und ich ihn an der Wand mit der Kellertür hochklappen müßte.

 

Ich will nicht unerwähnt lassen, dass ich vor 20 Jahren auf einer Reise mit Heini, Jan und Meike schon einmal einem kleinen Schwächeanfall erlegen bin. Der führte in Tunis dazu, dass ich den damaligen Favoriten in Blau - Weiss gekauft habe. Kurze Zeit später hat Katze Muschi ihn mit einem großen uringelben Fleck versehen, den keine Teppichwäsche entfernen konnte und sein Teppichleben in unserer blau - weißen  Küche um Jahre verkürzt hat!

 

So nehmen wir denn Abschied von der Coperative, aber nicht ohne einen kurzen Rundgang durch das Lager in der ersten Etage gemacht zu haben.

Ich gestehe, doch weich geworden zu sein und einen prächtigen Schal gekauft zu haben.

Ab jetzt warte ich auf einen Kälteeinbruch!

 

Der Goldene Tempel in Amritsar

Solltet ihr gerade den Atlas vor euch haben, schaut auf der Seite von  Indien  in Richtung pakistanischer Grenze. Wenn ihr Lahore gefunden habt, liegt Amritsar etwa 50km davon entfernt auf der indischen Seite. Und weil wir so weit gen Norden gereist sind, ist es entsprechend kalt.

In der Nähe des Bahnhofs finden wir ein Hotel. Man bestätigt, dass es Wi-Fi gäbe und nachdem uns noch fehlende Dinge wie ein Bettlaken, Handtücher und Toilettenpapier gebracht werden, bin ich sehr zufrieden. Leider nicht für lange. Der PC ist nicht bereit seine Aufgabe pflichtgemäß zu übernehmen: kein Zugang zum Internet. Aber wenigstens funktionieren die Telefone!

Wir ruhen uns nicht lange aus und schauen uns in der Altstadt um. Bis zum Goldenen Tempel laufen wir 20 Minuten. Wir sind begeistert von der Sauberkeit des Stadtzentrums.  Die Fassaden der Häuser haben einen ockerfarbenen Anstrich. Fensterlose Fassaden bekommen welche gemalt und damit es plastischer wirkt, werden Attrappen von Balkonen befestigt. Die Geschäfte haben alle das gleiche Layout für die Ware, die sie anbieten. Das Straßenpflaster ist großzügig und glatt verlegt, und viel Kunst lädt Einwohner und Besucher zum Fotografieren ein.

Wir laufen durch zahlreiche Stadttore. die Männer. Das Aussehen der Männer fällt mir auf. Viele tragen einen Turban. Sie zeigen damit, dass sie Sikhs sind. Der Goldene Tempel ist ihr Heiligtum.

Heute ist es zu spät für einen Besuch, aber vor dem Eingang lassen wir uns informieren über das,  was uns morgen erwartet. Im Stadtbild sind uns  zahllose Fussgänger aufgefallen, die alle ein kleines Kopftuch tragen. Jetzt erfahren wir, dass niemand ohne Kopfbedeckung  das Heiligtum  betreten darf. Auch wo die Schuhe deponiert werden, wird gezeigt. Wir sind schon sehr gespannt.

Das große Gebäude im Hintergrund ist ein Parkhaus mit einigen Geschäften an der Vorderfront.

Das imposante Denkmal zeigt einen tapferen Sikh, der auf keinen Fall während eines Kampfes gefallen ist. Dann, so erklärt  mein Fachmann Jeff, würde das Pferd nur auf den Hinterläufen stehen.

Am nächsten Morgen machen wir uns frühzeitig auf den Weg zum Goldenen Tempel. Alles liegt noch im Dunst. Das vor uns liegende Gebäude ist, trotz seines prächtigen Aussehens, nicht der Goldene Tempel. Es ist sozusagen das Eingangastor.

An Fenster 4 geben wir unsere Schuhe ab - höchst ungern, es ist sehr kalt. Aber, wie man sieht, sind Teppiche für die Frostköttel ausgerollt worden.

Auch das Problem mit der Kopfbedeckung können wir regeln: Vor dem Eingang stehen Tonnen, in die Gläubige ihre nicht mehr benötigten Tücher werfen. Vielleicht hätte Jeff noch einmal wühlen sollen, um etwas Größeres zu finden!

Jetzt liegt der Goldene Tempel im Morgendunst vor uns. Er scheint über dem Wasser zu schweben.

Die umliegenden Gebäude bilden ein Geviert und gehören alle zur  Tempelanlage.

Im Jahr 1588 wurde mit dem Bau begonnen und im Jahr 1601 war der zweietagige Marmorbau, der in der Mitte des Nektar - Teichs liegt, beendet. Später werden die höheren Etagen mit Goldblättern auf Kupferplatten verziert

.

Der Tempel hat vier Eingänge, benannt nach den Himmelsrichtungen. Jeder ist willkommen zu beten, egal von welchem Stand, Religion oder Geschlecht. In der Beschreibung steht, dass dies der einzige Platz weltweit ist, wo 24 Stunden lang Gottes Name besungen oder gesprochen wird.

Wir reihen uns ein in die Menge der Gläubigen und laufen über den Steg, der die Verbindung zwischen Land und dem Tempel darstellt. Über Lautsprecher hören wir den Gesang schon den ganzen Morgen. Es ist sehr feierlich und still. Wir steigen die Treppen hinauf und schauen. Überall sitzen Betende auf dem Boden. Wir sind von der Andacht angesteckt und fühlen uns für einige Zeit nicht als Touristen.

In den Gebäuden, die den Tempel umschließen, werden täglich unzählige Mahlzeiten an Bedürftige verteilt. Wir sind mehr als beeindruckt von dem Gesehenen.

Es bleibt mir noch zu erzählen, was einen guten Sikh ausmacht. In meinem Blättchen steht:

Ein Sikh muss 5 Ks tragen

  1.  Keshas (Haare)   ungeschnittenes Haar. Es zeigt die Zuneigung zum Guru. "Keshas" ist das     erste Zeichen für einen Sikh. Haare und Bart sind ein Zeichen seiner Persönlichkeit.
  2. Kangha (hölzerner Kamm) Ein Kamm, um das Haar sauber zu halten.
  3.  Para (eiserner Ring ) Das Armband wird am Handgelenk getragen. Es zeigt die Verbundenheit zum heiligen Bräutigam.
  4. Kachhera ( zu vergleichen mit dem Gürtel, den die Ritter ihren Frauen angelegt haben, ehe sie auf Kreuzzug gegangen sind)

     5.  Kirpan (Schwert, um sich selbst zu verteidigen. Ein Symbol für  

          Ehrenhaftigkeit)

 

 

 

Am nächsten Mittag machen wir einen Busauflug zur pakistanischen Grenze. Dort findet täglich eine Show statt, die zahlreiche Zuschauer auf beiden Grenzseiten anzieht.

 

Bei dieser riesigen Arena handelt es sich um die indisch - pakistanische Grenze. Wir sitzen in dem Teil, der für ausländische Touristen vorgesehen ist. Bis es richtig losgeht, sind auch dort alle Plätze besetzt.

Ein Soldat, ich nenne ihn Einheizer, bringt Stimmung in den Laden. Er fordert z.B. die Zuschauer mit verständlichen Armbewegungen zum Klatschen auf.

Es dauert nicht lange, bis aus der bisher nur lauten Musik, Tanzmusik wird. Jugendliche  bekommen große Flaggen in die Hand gedrückt, mit denen sie in einen vorher abgegrenzten Bereich rennen. Bald beginnen sie zu tanzen und von überall her kommen andere junge  Mädchen, die auch tanzen wollen.

 

Und was passiert auf der pakistanischen Seite? Da wir genau an der Grenzmarkierung sitzen, haben wir den besten Überblick. Die Zuschauer kommen später, sind aber nicht minder begeistert von ihrer Show. Das ist wörtlich zu nehemen. Beide Länder heizen auf ihrer Seite die Zuschauer mit Musik auf, ausgestrahlt über große Lautsprecher. In Pakistan sehen wir auch einem einbeinigen Tänzer zu, der sich in einer Tracht mit Rock, wie ein Derwisch dreht. Toll.

In der letzten halben Stunde etwa kommt es zum Wachwechsel und dem Einholen der Fahnen. Dazu wird die Grenze geöffnet.

Beide Länder haben ihren Soldaten eine modische Uniform verpasst. Die Inder tragen einen roten und die Pakistanis einen blauen Fächer auf dem Kopf. Sehr kleidsam! Ihre Bewegungen sind übermütig und sollen sicher bedrohlich wirken. Aber jedem der Anwesenden wird klar sein, dass hier zur Unterhaltung aller - die agierenden Soldaten eingeschlossen -  eine Show abgezogen wird. Die Beine werden hochgeworfen, die Fäuste erhoben, alles ein gut einstudiertes Theater, zu dem auf beiden Seiten viel Applaus aufbrandet.

 

Wir haben nicht bereut den Ausflug gemacht zu haben, wenngleich es abends im ersten Stock des Buses saukalt ist.

Agra

Die Wenigsten werden Agra kennen, aber das Kulturdenkmal dieser Stadt ist weltweit bekannt: Taj Mahal.

Die ersten zwei Nächte verbringen wir in einem Hotel in der Stadtmitte. Leider ist es für die dritte Nacht ausgebucht und wir finden nach langem Suchen  mit Hilfe eines Tuk Tuk Fahrers eine Unterkunft im Hilltop Hotel. Was für ein Name und was für eine lausige Unterkunft! Aber darüber erzähle ich später.

 

Als erstes sehen wir uns das Fort der Stadt an. Es ist im 15. Jahrhundert gebaut worden.

Offensichtlich ist heute eine Art Wandertag aller Schulen. Wir treffen hunderte von Schülern in ihren unterschiedlichen Schuluniformen. Sie scheinen, wie überhaupt die meisten Inder, erfreut über die Begegnung mit uns zu sein. Viele grüßen uns freundlich auf Englisch und etliche wollen ein "Snap" von uns machen. Wir müssen mittlerweile auf zig Fotos von uns völlig unbekannten Menschen sein!

 

Innerhalb der geklinkerten Trutzburg hat ein Maharadschah seine fürstliche Behausung aus weißem Marmor bauen lassen. Was ich als Einziges über diesen Herrscher in Erinnerung behalten habe,  ist sein Wunsch, dass sein Volk jederzeit Kontakt zu ihm aufnehmen kann, ohne die Hürden, die seine hochgestellten Berater zwischen ihm und einfachen Untergebenen errichten, bezwingen zu müssen. Er lässt eine Kette, behängt mit zahlreichen Glocken, zwischen  Fluss und  Palast installieren. Wenn an ihr gezogen wird und die Glocken läuten, weiß der Maharadschah, dass jemand ein Anliegen hat.

Unten ist der Fluss mehr zu erahnen als zu sehen.

Der Tag ist trüb und kalt, aber man kann sich trotzdem die Pracht vergangener Zeiten vorstellen.

Das heutige Ein- und Ausgangstor.

Nur wenig Gelände innerhalb der Mauern ist zugänglich für Touristen. Früher hatten hier die Engländer ihre Militärunterkünfte und heute die Inder.

Agra ist sogar für einige Zeit - statt Delhi - Hauptstadt gewesen. Der bekannteste Regent ist King Jahan gewesen. Er ist derjenige, der in übermäßiger Trauer über den Tod seiner dritten Frau, gestorben im Kindbett nach der Geburt des 14. Kindes, Taj Mahal hat bauen lassen.

Taj Mahal, aufgenommen von der Gartenseite aus. Der Garten befindet sich gegenüber, auf der anderen Flusseite.

Eigentlich ist der Eintritt mir zu hoch, aber ich will das Gebäude unbedingt richtig sehen und habe eine weite Reise dafür unternommen. Da ist mir der Eintrittspreis egal!

Mittlerweile sind wir im Hilltop Hotel untergekommen und haben eine unvergessliche Nacht hinter uns. Weil wir auf keinen Fall mit der Hotelwäsche in Berührung kommen wollen, schlafen wir in unseren Sachen. Mit meinem Schlafsack bin ich gut bedient! Jeff ohne hat es nicht so einfach. Er schläft wie im Zug mit seiner Jacke. Ich habe ein paar köstliche Fotos auf dem Smartfon, auf dem wir uns vor lauter Lachen über unsere Situation, kaum einkriegen können.

Morgens um 7h kommt wie verabredet der Tuk Tuk Fahrer, um mich abzuholen. Jeff kommt doch mit. Er will sich die Umgebung ansehen, solange ich im Taj Mahal unterwegs bin.

Ich mag dieses Foto sehr.

Ich bin immer noch im Eingangsbereich von Taj Mahal.

Und da ist es, das schönste Zeugnis einer großen Liebe.

König Jahan hat die besten Künstler seiner Zeit engagiert. Er selbst soll die Entwürfe erdacht haben. Das Gebäude ist so hoch wie es breit und lang ist.

Unter der Marmorschicht befindet sich ein Klinkerbau. Weil der Marmor nur in einer dünnen Schicht eingebaut wurde, verändert er je nach Sonneneinstrahlung seine Farbe. Er scheint durchsichtig zu sein.

Im Hintergrund ist auf der rechten Seite ein Gebäude zu erkennen. Es ist die Moschee. Das gleiche Gebäude befindet sich hinter mir. Es ist ein Gästehaus. Beide sind rot geklinkert und nur die Kuppeln mit Marmor verkleidet. Der Wandschmuck ist der gleiche. Nur sind die reliefartigen Blumen beim Taj Mahal aus Marmor gefertigt und die der anderen Gebäude aus rotem Sandstein.

 

Die Touristen dürfen um das Mausoleum herumlaufen und auch durch ein prächtig gestaltetes Eingangstor die beiden Särge sehen. Die geliebte Frau liegt genau mittig unter der Kuppel, beleuchtet durch eine Glaslaterne und das Grab ihres Mannes ist links von ihr, aber erhöht angelegt.

Ich bin sehr froh, dass ich hierher gekommen bin. Taj Mahal ist wunderschön und jede Reise wert.

Erotische Tempel von Khajoraho

Natürlich sind die Tempel nicht erotisch, aber einige in Stein gehauene Bilder sind es schon.

84 Tempel sind vor etwa 1000 Jahren rund um den späteren Ort Khajuraho entstanden. Sie zeugen noch heute von unglaublicher Meisterschaft der damaligen Steinmetzkunst.

Die das Gebäude umlaufenden Friese erzählen Geschichten.

Elefanten, Pferde, Menschen und Götter, alle spielen ihre Rolle.

Affen und Dromedare sollte ich nicht vergessen zu erwähnen!

Diese Geschichten erzählenden Schmuckfriese sind von großer Schönheit.

 

Leider waren die muslimischen Eroberer nicht zimperlich und haben etliche Tempel zerstört.

Auch viele Engländer waren nicht begeistert über die  erotischen Kunstwerke. Es ist sicher nicht - prüden Kunstsachverständigen zu verdanken, dass da nichts abgeklopft und vernichtet wurde!

Heute gehören die Tempel zum Weltkulturerbe und ziehen von überall her interessierte Touristen an. Die Stadt Khajuraho lebt vom Fremdenverkehr.

 

Mit unserem Hotel haben wir in jeder Hinsicht sehr viel Glück. Ein Fast - Manager nimmt uns freundlich am Bahnhof in Empfang. Er empfielt sein Hotel als preisgünstig und sauber.  8 Kilomteter ist der Ort vom Bahnhof entfernt. Die werden flott von seinem Freund, dem Tuk Tuk Fahrer zurückgelegt. Ich bin sehr froh über das kleine Kissen, das zu meinem gelben Rucksack gehört. Es mildert manchen Schlag des löchrigen Straßenbelags.

Das Hotel ist fast so wie angepriesen. Auf jeden Fall gut genug. Es hat sogar ein Restaurant auf einer der Dachterrassen! Auf der zweiten finden gerade Renovierungsarbeiten statt. Anni, ein Langzeitgast des Hauses, hat begonnen hier oben Pflanzen zu ziehen, um das Ambiente zu verschönern. Das hat die Besitzer auf die Idee gebracht, in frische  Farbe zu investieren. Nun erstrahlt die Terrasse in einem Weiss, das durch blaues Waschpulver einen Hauch blau aufweist. Zu schön!

Anni kommt ursprünglich aus Südengland. Mittlerweile lebt sie - wenn sie  in Großbritanien ist - in Wales. Ihre Kinder sind in Australien zu Hause. So pendelt sie von einem Land zum anderen. Ich habe das Glück am letzten Tag vor unserer Abreise ihre Bilder anschauen zu können. Was sie inspiriert ist nicht zu übersehen: Indien und seine schönen Frauen - oder sind es Göttinnen?

Es ist wunderbar eine Europäerin zu treffen und mit ihr zu schwätzen.

 

Wir genießen die Tage in Khajuraho mit Tuk Tuk Fahrten über Land, Besichtigungen von Tempeln oder deren Ruinen.

 

Diese Frau treffe ich am Ausgang eines Tempels. Wir schenken uns ein Lächeln und sie bittet mich ihr zu folgen. Meine neue Bekanntschaft ist für die Sauberkeit des Nachbartempels zuständig.  Ich  soll ihn unbedingt noch einmal mit ihr zusammen ansehen. Sie erklärt mir die Bedeutung  der Bilder. Den Inhalt des Erzählten rate ich mehr als ihn zu verstehen. Aber das macht gar nichts. Aber ich habe verstanden, dass der Kopfschmuck der Heiligen eine neunköpfige Schlange ist!

Namaste, Schwester

Hier wird uns von einem archäologischen Mitarbeiter eine der erst vor Jahrzehnten entdeckten Ruinen erklärt. Nach der Zerstörung durch Muslime, lagen die Trümmer Jahrhunderte unter einer Erd- und Grasschicht versteckt.

Den Abschluss unserer kleinen Tuk Tuk Rundreise bildet die Besichtigung eines typischen indischen Dorfes, wie es seit Jahrzehnten aussieht. In dem Durchgang lagern zwei Damen, die sich ausruhen.

Das Foto erinnert mich daran, dass ich erzählen will, wie indische Frauen ihr Haus vor dem Einfall von Fliegen schützen: Sie verstreichen eine dünne Schicht Kuhmist vor der Tür. Wenn sie getrocknet ist, bleiben die Fliegen draußen! Ich hoffe, ich vergesse diesen Supertipp nicht!

Mindestens zwei Dinge zeigt das Foto: Frauen haben immer und überall etwas zu tun und Plastiküberreste sind auch in kleinsten Dörfern zu finden.

Wir sitzen schon im Zug um unsere Reise nach Agra fortzusetzen, als wir unseren neuen Freund, den jungen Koch vom Hotel über den Bahnsteig laufen sehen. Er will sich noch einmal verabschieden. Das wäre eigentlich nichts Erwähnenswertes, wenn der Weg zum Bahnhof nicht 8km betrüge und es nicht so  kalt wäre!

Wir freuen uns sehr. Der junge Mann hat uns die leckersten indischen Gerichte zubereitet und uns zu sich nach Hause eingeladen. Jeff ist mitgegangen, hat Tee getrunken und sich mit seinen zwei älteren Töchtern unterhalten. Die Familie hat im Zimmer ein großes Bett. Die vier Kinder schlafen auf dem Boden. Hier werden auch die Schularbeiten angefertigt. Aber die Familie hat ein neues Haus in Aussicht. Das Government macht hoffentlich seine Versprechen wahr.

Ein letzter Abschiedsgruß und unser langer, langer Zug fährt langsam an, um Stunden später gegen 4h nachts in Agra anzukommen.

Letzter Tag in Varanasi

Wir brechen zu unserer zweiten Bootstour auf. Unser Guide kommt um 5h um uns ans Ufer des Ganges zu führen. Er leuchtet mit seinem Telefon, damit wir den Weg in der Finsternis finden können. Alles schläft noch. Aber die unterschiedlichen Gerüche geben Auskunft über den aktuellen Ort.

Die Sonne geht auf! Na ja, man könnte meinen, das sei schon vor Stunden geschehen. Stimmt, aber jetzt können wir sie erst sehen! Vorher war alles diesig.

 Wir fahren mit dem Boot zu einem Festplatz, an dem Tänzer, jeder einen goßen vielarmigen Leuchter schwenkend, den neuen Tag begrüßen sowie den Ganges ehren.

Auch diese Zeremonie findet täglich statt. Leider ist meine Kamera mit der Aufgabe überfordert, und die Bilder vom  Mobilfon kann ich nicht ohne Hilfe in den PC bekommen. Darum mußt du dir vorstellen, wie schön es in der Morgendämmerung ist, wenn leise Musik - teils Gesang, teils Instrumente - erklingt, zu der sich, begleitet von der Lichtershow,  tanzende Gestalten bewegen.

In diesem Palast am Ufer des Ganges ist das teuerste Hotel der Stadt untergebracht. Der Fahrstuhl befindet sich im mittleren Vorbau. Ich habe gelesen, dass es der erste Fahrstuhl in Varanasi war und er zu Anfang mit Hilfe eines Pferdes bewegt wurde. Leider kann ich mich nicht mehr erinnern, wo ich diese Information entdeckt habe.

Während der Monsunzeit steigt der Ganges viele Meter. Er spült nicht nur das Flussbett, sondern bringt auch alles Mögliche, das sich auf den Wegen unterhalb der Ghats ablagert. Die Männer sind jetzt noch dabei, mit scharfem Wasserstrahl die festen Ablagerungen zu entfernen.

Hunde fallen eigentlich nicht auf. Es sind Unzählige. Sie liegen überall herum und schlafen oder trotten ruhig ein Stück weiter, um Kontakt zu einem Freund aufzunehmen. Aber wenn ein Haushund an der Leine in ihr Revier kommt, ist es mit der Ruhe aus! Alle bellen, fletschen die Zähne. Der Hundehalter hat einen Kumpel mit Knüppel dabei, der auch von seiner Waffe Gebrauch macht. Kaum sind die beiden Männer mit ihrem Hund verschwunden, kehrt wieder die altbekannte Gelassenheit in der Hundewelt ein.

Außer Hunden treffen wir auf den Straßen Kühe. Klar, es ist bekannt, dass hier Kühe heilig sind. Aber doch macht es einen Unterschied ob ich darüber lese, oder mit ihnen in Berührung komme! Keine Panik auf der Titanik, es passiert nichts, jeder Verkehrsteilnehmer bremst ein wenig um die Kuh nicht zu berühren. Und die betrifft das alles nicht. Sie frisst in Ruhe weiter.

Abends fahren wir mit einem Tuk Tuk zum Bahnhof.

Bis zur Abfahrt haben wir noch viel Zeit. Jeff macht sich auf die Suche nach etwas Essbarem. Bananen wären gut. Plötzlich erkenne ich, dass der einfahrende Zug unserer ist. Und wo ist Jeff?

Er kommt, als ich mich schon damit abgefunden habe, dass wir diesen Zug nicht nutzen werden können.

Züge sind in Indien lang. Du glaubst, sie nehmen nie ein Ende. Wir laufen ziemlich planlos an dem Zug entlang, bis ein heilfsbereiter Inder unser Ticket anschaut und meint, wir sollen ihm folgen. Tatsächlich, kurz hinter der Lokomotive erreichen wir unseren Wagen. Wir bedanken uns herzlich.

 

Im Abteil unterhalten wir uns mit einem Paar aus Frankreich, einem indischen Geschwisterpaar und einem einzelnen Herrn, der mehr als interessiert ist. Seine Neugier führt zu etlichen heiteren Gespächsrunden. Irgendwann sind wir müde und schwingen uns in unsere Betten. Nachenem Bettentausch liegt Jeff mir gegenüber. Unsere neuen Freunde finden über uns in den verbleibenden zwei Etagen ihr Lager.

Als wir morgens aufwachen, sind wir in Khajaora angekommen und unsere neuen indischen Freunde nicht mehr da.