Agra

Die Wenigsten werden Agra kennen, aber das Kulturdenkmal dieser Stadt ist weltweit bekannt: Taj Mahal.

Die ersten zwei Nächte verbringen wir in einem Hotel in der Stadtmitte. Leider ist es für die dritte Nacht ausgebucht und wir finden nach langem Suchen  mit Hilfe eines Tuk Tuk Fahrers eine Unterkunft im Hilltop Hotel. Was für ein Name und was für eine lausige Unterkunft! Aber darüber erzähle ich später.

 

Als erstes sehen wir uns das Fort der Stadt an. Es ist im 15. Jahrhundert gebaut worden.

Offensichtlich ist heute eine Art Wandertag aller Schulen. Wir treffen hunderte von Schülern in ihren unterschiedlichen Schuluniformen. Sie scheinen, wie überhaupt die meisten Inder, erfreut über die Begegnung mit uns zu sein. Viele grüßen uns freundlich auf Englisch und etliche wollen ein "Snap" von uns machen. Wir müssen mittlerweile auf zig Fotos von uns völlig unbekannten Menschen sein!

 

Innerhalb der geklinkerten Trutzburg hat ein Maharadschah seine fürstliche Behausung aus weißem Marmor bauen lassen. Was ich als Einziges über diesen Herrscher in Erinnerung behalten habe,  ist sein Wunsch, dass sein Volk jederzeit Kontakt zu ihm aufnehmen kann, ohne die Hürden, die seine hochgestellten Berater zwischen ihm und einfachen Untergebenen errichten, bezwingen zu müssen. Er lässt eine Kette, behängt mit zahlreichen Glocken, zwischen  Fluss und  Palast installieren. Wenn an ihr gezogen wird und die Glocken läuten, weiß der Maharadschah, dass jemand ein Anliegen hat.

Unten ist der Fluss mehr zu erahnen als zu sehen.

Der Tag ist trüb und kalt, aber man kann sich trotzdem die Pracht vergangener Zeiten vorstellen.

Das heutige Ein- und Ausgangstor.

Nur wenig Gelände innerhalb der Mauern ist zugänglich für Touristen. Früher hatten hier die Engländer ihre Militärunterkünfte und heute die Inder.

Agra ist sogar für einige Zeit - statt Delhi - Hauptstadt gewesen. Der bekannteste Regent ist King Jahan gewesen. Er ist derjenige, der in übermäßiger Trauer über den Tod seiner dritten Frau, gestorben im Kindbett nach der Geburt des 14. Kindes, Taj Mahal hat bauen lassen.

Taj Mahal, aufgenommen von der Gartenseite aus. Der Garten befindet sich gegenüber, auf der anderen Flusseite.

Eigentlich ist der Eintritt mir zu hoch, aber ich will das Gebäude unbedingt richtig sehen und habe eine weite Reise dafür unternommen. Da ist mir der Eintrittspreis egal!

Mittlerweile sind wir im Hilltop Hotel untergekommen und haben eine unvergessliche Nacht hinter uns. Weil wir auf keinen Fall mit der Hotelwäsche in Berührung kommen wollen, schlafen wir in unseren Sachen. Mit meinem Schlafsack bin ich gut bedient! Jeff ohne hat es nicht so einfach. Er schläft wie im Zug mit seiner Jacke. Ich habe ein paar köstliche Fotos auf dem Smartfon, auf dem wir uns vor lauter Lachen über unsere Situation, kaum einkriegen können.

Morgens um 7h kommt wie verabredet der Tuk Tuk Fahrer, um mich abzuholen. Jeff kommt doch mit. Er will sich die Umgebung ansehen, solange ich im Taj Mahal unterwegs bin.

Ich mag dieses Foto sehr.

Ich bin immer noch im Eingangsbereich von Taj Mahal.

Und da ist es, das schönste Zeugnis einer großen Liebe.

König Jahan hat die besten Künstler seiner Zeit engagiert. Er selbst soll die Entwürfe erdacht haben. Das Gebäude ist so hoch wie es breit und lang ist.

Unter der Marmorschicht befindet sich ein Klinkerbau. Weil der Marmor nur in einer dünnen Schicht eingebaut wurde, verändert er je nach Sonneneinstrahlung seine Farbe. Er scheint durchsichtig zu sein.

Im Hintergrund ist auf der rechten Seite ein Gebäude zu erkennen. Es ist die Moschee. Das gleiche Gebäude befindet sich hinter mir. Es ist ein Gästehaus. Beide sind rot geklinkert und nur die Kuppeln mit Marmor verkleidet. Der Wandschmuck ist der gleiche. Nur sind die reliefartigen Blumen beim Taj Mahal aus Marmor gefertigt und die der anderen Gebäude aus rotem Sandstein.

 

Die Touristen dürfen um das Mausoleum herumlaufen und auch durch ein prächtig gestaltetes Eingangstor die beiden Särge sehen. Die geliebte Frau liegt genau mittig unter der Kuppel, beleuchtet durch eine Glaslaterne und das Grab ihres Mannes ist links von ihr, aber erhöht angelegt.

Ich bin sehr froh, dass ich hierher gekommen bin. Taj Mahal ist wunderschön und jede Reise wert.